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Süchte in der Beziehung

Der Begriff Suchtbeziehung wurde in den vergangenen Jahren entdeckt. Die Idee, eine Beziehung selber könne zur suchterzeugenden Substanz werden und suchtgeprägte Verhaltensmuster hervorbringen, hatte anfangs sogar etwas Aufrührendes. Es war nur schwer verständlich, dass ein Mensch tatsächlich nach einer Beziehung süchtig sein oder eine Beziehung aus bestimmten Suchtformen entstehen könnte. Heute wissen wir bereits soviel:

Süchtige bauen Suchtbeziehungen auf.

Aber nach den Gründen und Ursachen, die es geben muss, warum unsere Beziehungen in unserer Gesellschaft in Trümmern liegen, ist heute schon für fast jeden klar.

Einerseits ist das Beziehungsmodell der Vorzeit überholt, es ist sehr schwierig ein Neues zu kreieren und ich denke, wir sind grad allesamt dabei in den Babyschuhen, dieses neu zu entdecken. Dass uns das aber gelingt, müssen wir das alte Beziehungsverhalten, die alten Rollenspiele, das vorgelebte unser Eltern und Großeltern über Bord werfen bzw. Elemente davon und durch neue ersetzen. Unsere Erfahrungen, unser heutiges Bewusstsein, vor allem aber das stetige An-uns-Arbeiten um die Blockaden und Altlasten loszuwerden ist Voraussetzung, einen neuen Magnetismus zu erschaffen..…. Neue Beziehungen, neue Menschen anzuziehen…. Um erstmals die Liebe zu spüren… denn wie sich Liebe anfühlt, wissen wir wahrscheinlich nicht…. weil sie von Süchten, Abhängigkeiten, Glaubenssätzen etc. verhaftet ist.



Die anscheinend ideale Beziehung:

Es gibt in jedem Menschen 3 Ich - Ebenen. Eltern, Kind, Erwachsener. Die Erwachsenenebene bleibt meist auf der Strecke. Diese Art der Beziehung ist durch Stabilität und Sicherheit gekennzeichnet. Wenn einer der Beteiligten beginnt, sich zu entwickeln oder sich zu verändern, wird dies als Bedrohung für die Beziehung empfunden. Soll eine Beziehung Sicherheit vermitteln, muss sie statisch bleiben. Findet irgendeine Art von Wachstum statt, darf dies nur innerhalb der Beziehung geschehen. Jede nach außen orientierte Entwicklung bedeutet Gefahr. In ihrem Wesen sind diese idealen Beziehungen äußerst schwach und brüchig. Sie verkraften weder viel Stress noch Veränderungen und existieren auf der Basis eines unausgesprochenen Vertrages: Man darf nicht lebendig sein. Jede erlaubte Vitalität muss sich innerhalb der Beziehung ereignen. Aus diesem Grund verlässt keiner der beiden Partner die Beziehung, schließlich ist ja alles auf die Beziehung konzentriert – und keiner der beiden glaubt daran, ohne sie übeleben zu können.

In der offiziell perfekten Beziehung fungiert der Mann als Elternteil und die Frau als Kind, oder umgekehrt. Die Person in der Elternrolle kümmert sich um die Welt draußen, verdient den Hauptteil des Geldes, trifft Entscheidungen, beschäftigt sich mit dem Auto und handhabt im Allgemeinen die Alltäglichen Dinge. Die zweite Person, hat vielleicht Ahnung, wie das zu tun wäre, übernimmt aber die Aufgaben nicht, weil sie im Kind-Verhalten steckt. Person 2 ist abhängig von Person 1 (lass mich ja nicht allein, ohne dich kann ich nicht leben) Person 1 ist auch abhängig von Person 2 (da sein Wert daraus bezogen wird, sein Leistungsprogramm hier Ernte findet).



Der Aspekt der sich aus den verrutschten Rollenverhalten ergibt ist folgender:

Wenn die Frau/Geliebte die Rolle der Mutter übernimmt in der Beziehung (das ist uns sicher nicht bewusst, aber man hört das dann so: du bist wie meine Mutter), man liest dem Manne seine Wünsche von den Augen ab, er muss um wenig bis gar nichts bitten, da sie schon läuft um es ihm zu geben, sie sich um sein Essen und Ernährungsverhalten so sehr kümmert etc.. etc… etc…

sucht sich der Mann häufig eine Geliebte,

….denn, mit der Mutter schläft man nicht….

Dasselbe ist umgekehrt, wenn der Mann plötzlich nur mehr Vater oder Ersatzvater ist. Nur Verheiratet und die Rolle des Geliebten nicht mehr lebt… sich der Mann im Eltern-Ich befindet und dieses lebt, ist es naheliegend, dass sich die Frau einen Geliebten sucht,



…. denn, mit seinem Vater schläft man nicht….

In der anscheinend idealen Beziehung sind die Rollen vertauscht. In dieser Beziehung besetzt einer die Elternrolle, einer die Kindrolle. Die Person mit der Elternrolle – Person I - kümmert sich perfekt um die Bedürfnisse von der Person mit der Kindrolle (diese hat wahrscheinlich nie wirklich solch eine Aufmerksamkeit als Kind von den Eltern erhalten und lebt das in dieser Form in der Beziehung unbewusst nach) - Person II.

Person I putzt, kocht, kauft ein, befriedigt sexuelle Bedürfnisse. etc. Ihre Stabilität erhält eine solche Beziehung durch die Tatsache, dass keiner der beiden weiß, wie er ohne den anderen überleben und auskommen soll. Was sich als Sicherheit zur Schau stellt, ist in Wirklichkeit Stagnation und mangelnde Vitalität. Damit die Beziehung funktioniert, müssen beide Halb-Menschen bleiben. Sie haben einen nonverbalen Vertrag geschlossen, dass beide leblos sein müssen oder dass sie nur in der Beziehung lebendig sein dürfen.

Da Wachstum und Veränderung jedoch normale Zustände des menschlichen Organismus darstellen, ist nur allzu leicht verständlich, warum auch diese Form der Beziehung nicht von Dauer ist und zerbricht.





Das Suchen von Nähe – gesunde Beziehungen

Was wissen wir in unserer Kultur eigentlich über Nähe? Ich glaube, nicht sehr viel, da wir nämlich in einem System leben, das sich durch Nähe fürchterlich bedroht sieht. Obwohl uns Nähe und Intimität ständig auf recht penetrante Weise verkauft werden, ist vieles von dem, was wir in dieser Hinsicht aus den Medien und unseren Institutionen lernen, eigentlich eine Form von Sucht, seien es nun Sex- Romanzen oder Beziehungssucht. Normalerweise sind die in diesen Zusammenhängen dargestellten Beziehungen durch Sucht geprägt.

Die meisten von uns haben nur selten die Gelegenheit, Menschen zu erleben, die wirklich wissen, was Nähe und Berührungen, Zärtlichkeiten von Herzen, heißt. Und gewiss gibt es noch weniger Paare, die uns zeigen könnten, was eine aufrichtige, vertraute Beziehung eigentlich ist. Aber wir sehnen uns danach. Wir wissen, dass Nähe wichtig ist. Und wir tun genau die Dinge, die man uns beigebracht hat und von denen wir glauben, sie könnten Nähe und Vertrautheit herstellen – und doch bleibt immer ein seltsames Gefühl der Leere, so, als fehle etwas. So bleibt uns nichts anderes übrig, als es uns selbst zu erarbeiten. Bei uns selbst anzufangen, Neues zu erlernen!



Nähe zu uns selbst

Eine wesentliche Grundvoraussetzung für Nähe und Intimität lautet: Wir müssen uns selbst nahe sein. Solange wir Nähe von außen erwarten, werden wir sie niemals richtig erleben und auch nicht fähig sein, sie mit anderen zu teilen. Wollen wir einem anderen Menschen nahe sein, müssen wir zunächst einmal wissen, wer wir sind, was wir fühlen, was wir denken, wo unsere Stärken und Schwächen liegen, was uns wichtig ist und was wir wollen. Wenn wir all das für uns selber nicht wissen, wie sollen wir dann einen anderen Menschen daran teilhaben lassen? Süchtige sind nicht in der Lage, Nähe zu sich selbst herzustellen, denn sie haben ihr inneres Informationssystem mit Hilfe ihrer Sucht abgeschaltet. In folge dessen mangelt es ihnen an Informationen über ihre Gefühle, ihre Gedanken und ihr Selbstbild.

Nähe und Vertrautheit erfordern meiner Ansicht nach eine ganz wesentliche Fähigkeit, nämlich WAHRNEHMUNG. Wer sich selbst kennt muss spüren, wann er ein Bad benötigt, wann er müde ist etc. Er muss wahrnehmen können, was er mag und nicht mag. Die genaue Definition und Wahrnehmung von den verschiedenen Gefühlen und deren Unterschiede kennen. Wie fühlt sich Verletztheit, Ärger, Angst, Einsamkeit, Bedürftigkeit, Glück oder Wohlbefinden in seiner reinen Essenz an.

Es fehlt so vielen Menschen ein Bewusstsein für sich selbst, ihre Gefühle, ihre Gedanken und ihr Wissen, dass sie keine Möglichkeit sehen, sich jemals einem anderen mitzuteilen

Wenn wir mit unseren Gefühlen in Berührung kommen, müssen wir zunächst einmal lernen, was wir mit ihnen anfangen und wie wir ihnen Ausdruck verleihen, damit wir sie nicht einfach auf den Nächstbesten ausspucken – alte gestaute Gefühle - (durch zu langes Unterdrücken oder Verdrängen etc. triffst dann den Unschuldigen).

Meiner Ansicht nach ist es ganz wesentlich zuerst mit den "alten Gefühlen" in Verbindung zu kommen. Wer auch immer diese Gefühle ausgelöst hat im Heute – Kollegen, Partner, Freunde - eigentlich machte er uns ein Geschenk: da wir nämlich mit seiner Hilfe mit alten, längst begrabenen Teilen unserer Vergangenheit in Berührung kommen und wieder die Chance bekommen, sie zulassen und transformieren zu können. Die Zeit heilt diese Wunden nicht...



Und es ist ein Irrtum, wenn man glaubt, nur die Personen auszutauschen, die uns erinnern, wir können ruhig davon laufen, aber das Problem läuft mit. Das Schicksal gönnt uns eine kleine Verschnaufpause und schwups schon befinden wir uns in der nächsten Situation mit ähnlicher Farbnuance und bald kommt uns die Idee, der Wiederholung.

Sobald etwas in uns ausgelöst wird, sollten wir die Gefühle durcharbeiten (eventuell mit Hilfe www.herzenstrainer.at) – in welchem Zusammenhang sie stehen und was sie für uns bedeuten. Es gibt eine Menge Leute, die wahrhafte Experten sind im "Über - Gefühle - Reden" sind, nur im "Durchleben" von Gefühlen sind sie nicht besonders gut. Solche Menschen können ihre inneren Vorgänge und das, was sie nach außen ausdrücken, nicht gut miteinander in Einklang bringen. Doch genau diese Art der Übereinstimmung ist notwendig, wenn wir Nähe zu uns selbst herstellen wollen.

Haben wir erst mal ein gewisses Maß an Wissen, Information, Bewusstsein und Gegenwärtigsein in Bezug auf unser Selbst, ist es auch möglich, diesen Prozess, den unser Wesen darstellt, mit einem anderen zu teilen. Dies stellt erst ein Potenzial für Nähe und Intimität zwischen zwei Menschen her. Wer jedoch seinem eigenen Prozess nicht folgt, wird diesen niemals mit anderen Menschen teilen können.







Mögliche Formen der Sucht

Sexsucht
Romanzensucht
Beziehungssucht











Sexsucht:

In den vergangenen Jahren ist das Bewusstsein für sexuelles Suchtverhalten und seine zerstörerischen Auswirkungen auf den Süchtigen sowie das Objekt der Sexsucht enorm angestiegen. Das Erkennen und Benennen sexueller Besessenheit als Sucht war ein riesiger Fortschritt, der aus mehreren Gründen bedeutsam ist. Erstens liefert der Begriff Sucht eine weitaus genauere Definition für sexuelle Verhaltensmuster, als rein psychologische Definitionen es tun. Zweitens bietet uns das Suchtmodell die Möglichkeit, die gesamte Bandbreite von sexuellen Verhaltensmustern zu verstehen, die sich ganz selbstverständlich und heimtückisch in unsere Gesellschaft eingeschlichen haben, aber noch lange nicht offen diskutiert und erkannt worden sind. Drittens vermögen wir mit Hilfe dieses Ansatzes die gesellschaftlichen Komponenten und die Alltäglichkeit sexueller Sucht zu verstehen. Viertens lässt uns dieser Ansatz Hoffnung schöpfen und die Möglichkeit der Genesung erkennen. Und schließlich gewinnen wir durch diese Perspektive die Einsicht, dass sexuell Abhängige, Menschen sind, die unter Schmerzen und an einer Krankheit leiden, die für sie selber und für ihre Umgebung ein Problem darstellt.



Merkmale der Sexsucht:



Der Süchtige ersetzt eine gute, gesunde Beziehung zu anderen Menschen durch eine krankhafte, kaputte Beziehung. Seine Beziehung zu der Erfahrung, die in der Lage ist, seine Befindlichkeit so nachhaltig zu verändern, bekommt den zentralen Stellenwert in seinem Leben. Sucht ist im wesentlichen ein spiritueller Zusammenbruch, eine Reise, die von der Wahrheit weg in die emotionale Blindheit führt .....

Sexualität ist mehr als Beziehung haben wollen, oder Paarung. Sie ist eine Geisteshaltung, ein Mosaik von Wertvorstellungen. Sexuelle Besessenheit wird zum Fix und dieser Kick wird sich mit diesem Fix geholt. Es dreht sich alles um diesen Kick, er wird zum zentralen Lebensinhalt. Man muss mehr und mehr Zeit und Energie in sexuelle Aktivität stecken, um den erwünschten Höhepunkt zu erreichen. Je weiter sich die Wahrnehmung und das Verhalten von der Realität entfernen, desto stärker werden die Denkprozesse beeinträchtigt.
Die Sexsucht ist eine Überbeschäftigung mit Sex, bei der alles und jedes mit Sex in Verbindung gebracht wird und alle Wahrnehmung und Beziehungen unter einem sexualisiertem Licht gesehen werden. Sie bringt Verwirrung und Angst für den Betroffenen und den Partner.

Aber der Suchtprozess ist nicht unser Wesenskern, wir haben ihn lediglich erlernt, damit wir in eine süchtige Gesellschaft passen.

Sie wird gerne verleugnet, weil sie stark mit Schamgefühlen besetzt ist. Und sie gehört zu den Süchten, die absolut als normal gilt in unserer Gesellschaft. Dass wir das Beherrschende dieser Krankheit, das Ausmaß der Schmerzen und das damit verbundene Leid kennen, haben wir nur mutigen Menschen zu verdanken, die aus ihrer Isolation getreten sind und ihre Sucht benannt haben.





Masturbation als Kick:

Irgendwann mal seit der frühen Kindheit masturbiert unsere Beispielfigur. Unsere Beispielfigur war zufällig auf die "tollen Gefühle" gestoßen und seither war Masturbation eine Quelle des Wohlbefindens. Es ist die Masturbationszeit ein persönlicher Freiraum, die Zeit in der man ganz bei sich selbst sein kann. Obwohl unsere Beispielfigur als aufgeschlossene Frau gilt, regelmäßig Geschlechtsverkehr hat, ist es einzig und allein Masturbation, um die sich ihr Sexualleben dreht. Als sie entdeckt, dass ihr Masturbationsverhalten regelrecht exzessive Züge annimmt, liefert sie sich eine rationale Erklärung: Sie wollte sexuell von niemanden abhängig sein, wollt für sich selbst sorgen, sich keinem Mann, keinem anderen Menschen wirklich öffnen, sich nicht einlassen, vertrauen. Sie hatte keine Kontrolle über ihr Masturbationsverhalten, ES kontrollierte sie. Obwohl sie ihr Gewissen beruhigt, das niemand darunter leiden müsse, wurde ihr jedoch bewusst, dass SIE darunter litt.

Was nicht heisst, dass ich gegen Masturbation bin, ich zeige lediglich Themen und Probleme für den Alltag auf, die verbreiteter sind, als man glaubt. Die darunter liegenden Themen jedenfalls sind anzuschauen. Und vor allem, wenn wir uns ja den "Idealpartner, Seelenpartner, Traumpartner" wünschen. Bevor wir uns, unser Verhalten und Tun nicht genau beleuchten, sprich selber ein Traumpartner werden, kommen wir nicht dahin.



Sexsucht und Gewalt:

Im Allgemeinen gelten in der Öffentlichkeit Tatbestände wie Notzucht, Inzest und sexueller Kindesmissbrauch als Sexsucht. Diese Formen der sexuellen Sucht müssen unter dem Aspekt der Gewalt gesehen werden.

Inzest und Kindesmissbrauch

Innerhalb unseres Kulturkreises haben sich Inzest und Kindesmissbrauch wie eine Epidemie ausgebreitet. Das Vorkommen und die Variationsbreite des Inzest und Missbrauch sogar bei weitem die Erkenntnisse in der bisherigen Forschung zu diesem Thema und alle vorhandenen Mutmaßungen über seinen Verbreitungsgrad. Lang glaubte man, es seien nur Mädchen davon betroffen, heute weiß man anderes. Ich bin auch davon überzeugt, dass der Missbrauchende das Opfer gar nicht als wirkliche Personen sieht. Nach Ansicht von Experten besteht bei Menschen, die in ihrer Kindheit missbraucht wurden, die Wahrscheinlichkeit, dass sie selbst sexsüchtig werden und Missbrauch betreiben. Zweitens wurde mit einer erschreckenden Zahl von Menschen in der Kindheit orale Notzucht betrieben.

Der Auswuchs der Sexsucht würde noch viele Seiten füllen.



Die Entstehung von Sexsucht:

Aus Studien ist ersichtlich, dass Sexsucht bei Frauen und Männer oftmals sexueller Missbrauch vorangeht. Sie haben in ihren Familien gelernt, dass man mit Hilfe von Sex Kontakt herstellt und Macht ausüben kann. Schon in der Familie lernt der Mensch sich selbst und andere als Objekte zu sehen, die manipuliert werden müssen, um zu Befriedigung zu gelangen.

Man kann die Erziehung und das Vorgelebte nicht rückgängig machen. Aber Genesung erfordert vom Einzelnen, dass er seine Heilarbeit tut, transformiert, sich freimacht und letztendlich einen persönlichen Paradigmenwechsel vollziehen muss.





Die Auswirkungen von Sexsucht auf die Gesellschaft:

Mit Zunahme sexueller Gewalt nahmen auch die Kinderprostitution und der Verkauf von pornografischen Material zu. Dass Kinder auch noch gestohlen werden grenzt an Wahnsinn und lässt kaum glauben, dass wir das Jahr nach 2005 schreiben. Dieses Thema wuchert wie ein bösartiges Krebsgeschwür in unserer Gesellschaft und man schaut zu….





Romanzensucht

Romanzensüchtige sind in ihrer Vorstellung von Romantik verliebt. Die andere Person interessiert sie eigentlich gar nicht. Sie sind Experten auf dem Gebiet der Illusion, eigentlich leben sie sogar darin. Für sie ist der Tag an dem der Märchenprinz kommt bei Gott keine Fantasie, sondern reale Erwartung.



Merkmale der Romanzensucht:

Wie bei jedem Süchtigen haben sie auch ein verdrehtes Bild der Realität. Sie sind derart auf den Schein fixiert, dass Tatsachen nicht viel zählen. Sie signalisieren Bereitschaft für eine Beziehung oder Sex, wollen im Grunde aber beides nicht. Sie suchen vielmehr den Kitzel, der in einer neuen Romanze oder einem romantischem Erlebnis liegt. Kerzenlicht, Blumen, der erste Kuss… das ist der Stoff aus dem Romanzensucht besteht. Man beschäftigt sich vielmehr mit dem Drumherum, als mit dem Gegenüber. Romanzensüchtige haben ein wahres Talent für filmreife Inszenierungen. Leise Hintergrundmusik, Dämmerbeleuchtung (nicht dass das schlecht wäre). Ihre Vorstellung von Gefühlen in einer Beziehung beziehen sie aus Filmen und Liebesliedern. Und sie leben ziemlich in der Zukunft, wenig im Hier und Jetzt. Sie wollen ihre Partner gar nicht richtig kennen, denn in die Fantasiewelt darf nichts eindringen, kein anderes Bild. Sie verstehen es unmittelbar Nähe zu jemand herzustellen. "Wir sahen uns in die Augen, und ich wusste, dass dies mein Partner ist… Ein Leben Lang" (Nächste Woche kann das schon ein anderer sein…). Sie leben von Schwärmereien und lassen nicht wirklich Nähe zu.

Sie haben Angst vor Nähe und vermeiden sie auch.





Die Entstehung der Romanzsucht:

Bei näherer Betrachtung findet sich eine beträchtliche Anzahl von Inzest überlebenden unter den Menschen, die von Romanzen abhängig sind. Häufig haben Romanzsüchtige sich selbst die Rolle des Wertlosen und Minderwertigen gegeben. Gefühlsbetonte Fantasien haben oft zum Ziel, einer feindseligen, furchteinflößenden, gelegentlich sogar gewalttätigen Familiensituation zu entfliehen. Sie können auch für die Flucht vor einer schlichten, langweiligen perfekten Familiensituation benutzt werden. Romanzsüchtige kommen häufig aus "Scheinfamilien". Romanzsüchtige wurden von ihren Familien nie auf das reale Leben vorbereitet. Manchmal versuchen sie dem Horror der Wirklichkeit zu entfliehen.

Diese familiäre Sucht verläuft – wie alle anderen Süchte – progressiv und nimmt daher in jeder nachfolgenden Generation gravierende Formen an, die die Aufrechterhaltung der Illusion zunehmend schwieriger wird. Menschen die in solchen dem Schein verpflichteten Familien aufwachsen, passen sich gut an das Leben mit Drogen- Sex- oder Beziehungssüchtigen an. Sie selber neigen häufig zu ESSsüchten, ganz besonders zu Mager- oder Fresssucht. Romanzsüchtige haben nicht nur den Kontakt zu sich selbst noch nicht gefunden, sie fürchten auch ständig zurückgestoßen oder verlassen zu werden, wenn sie nicht reibungslos in das Fantasiebild ihrer Familie passen. Dies wiederum erzeugt Wertlosigkeit



Romanzsüchtige können sich nicht vorstellen, dass ihre Bedürfnisse auf normale Weise befriedigt werden (was schließlich auch nie der Fall war); infolgedessen glauben sie, auf ganz außergewöhnliche Methoden zurückgreifen zu müssen um auch nur ein Minimum an Anerkennung und Pflege zu bekommen. Der gesunde Teil des süchtigen Menschen wünscht sich Gefühle und Nähe; der andere, von romantischen Illusionen abhängige Teil ersetzt solche normalen menschlichen Bedürfnisse durch Erregtheit und Romantik.

Zudem empfinden sich Romanzensüchtige immer als unzulänglich, egal, wie sehr sie sich auch bemühen; aus diesem Grund legen sie sich ein Repertoire unnatürlicher Verhaltensweisen zu und schaffen gekünstelte Situationen, damit ihre Bedürfnisse vielleicht doch befriedigt werden.

Allerdings muss uns klar sein, dass es nicht nur die Familie ist, die unser Denk- und Verhaltensmuster prägt, es sind die Gesellschaft, Institutionen, Medien, etc.


Beziehungssucht

Bei der Beziehungssucht gibt es 2 Typen, die es zu unterscheiden gilt. Einerseits derjenige, der ständig eine Beziehung braucht, die nach Beziehungen selbst süchtig sind und sich orientierungslos fühlen, wenn sie keine hätten (seien sie nur real oder fantasiert). Der zweite Typus ist von einer ganz bestimmten Beziehung oder Person abhängig. Im ersten Fall ist der Süchtige auf die Idee fixiert, im zweiten auf eine Person. Beziehungssüchtige des zweiten Typus können lange Zeit ohne Partner auskommen, fixieren sich aber auf den Partner, er wird zum Zentralen Lebensinhalt, wenn Partnerschaft beginnt.

Beziehungssüchtige vom Typus I sind eher süchtig nach der Vorstellung einer Beziehung. Eigentlich haben sie keine Beziehung, sie haben Geiseln. Beiden Typen haben gemeinsam, dass sie bereitwillig ihre Wertvorstellungen aufgeben, damit sie an der Illusion festhalten können, sie leben in einer Beziehung.

Besessenheit: Die Beziehung beherrscht das gesamte Denken, sie wirkt sich fast tranceartig und stimmungsverändernd aus; die betreffenden gehen vollkommen in der Beziehung auf.

Ritualisierung: Aufnahme von Verhaltensweisen, die im Zusammenhang mit dem Aufbau einer Beziehung stehen, wie etwa Gewichtsverlust, Verschönerungskuren durch neue Frisuren, Kleidung usw.

Zwanghaftes Beziehungsverhalten: Umgehender Aufbau einer Beziehung und möglichst bald über Heirat sprechen oder tatsächlich heiraten. Unbedingt an einer Beziehung festhalten, als ginge es ums Leben.

Verzweiflung: Bewusstsein dafür, dass dieser Fix nicht funktioniert und damit verbundene Gefühle der Hoffnungslosigkeit und Machtlosigkeit











Merkmale der Beziehungssucht

Beziehungssüchtige des Typ I wollen um alles in der Welt eine Beziehung. Stecken sie erst einmal in ihrer Krankheit, interessiert es sie weniger, was oder wer die andere Person ist. Sie wollen einfach jemanden. Für sie ist eine Beziehung nicht etwas, das sich entfaltet und wächst; sie prüfen nicht, ob Hintergrund, Wertvorstellungen oder Lebenserwartungen überhaupt zusammenpassen. Beziehungssüchtige gehen einfach drauf los. Sie sind meisterhafte Betrüger. Es ist ihr Lebensinhalt. Sie haben Fertigkeiten entwickelt, eine Beziehung aufzubauen. Tatsächlich sind Beziehungssüchtige aufgrund dieser Fertigkeiten schwer zu entlarven (für andere und für sich selbst). Außerdem täuschen sie oft Offenheit vor. Sie setzen ihr Manipulations- und Kontrollgeschick unter dem Vorwand ein, sie wollten eine Beziehung aufbauen. Beide Typen beherrschen die oberflächlichen Techniken der sozialen Interaktionen. Sie haben zwar nicht wirklich eine Ahnung, was Freundschaft ist und wie echte Nähe hergestellt werden kann, aber sie können hervorragend Beziehungen simulieren. Die Angst vor Nähe veranlasst sie, viel lieber mit der Illusion der Nähe zu leben und schaffen sich demnach schon solche Situationen, in denen sie das Opfer sein können und sich bevor es wirklich tief geht, zurückziehen.

Beiden Typen ist der absolute Horror vor dem Allein sein gemeinsam. Sie fühlen sich schon allein, wenn kurzzeitig kein Mensch an ihrer Seite ist. Sie müssen sich fast zwangsläufig von einer Beziehung in die nächste begeben. Sie nehmen sich nicht die Zeit, um die vorige Beziehung überhaupt zu verarbeiten. Erwiesenermaßen muss jeder Teil einer Beziehung bei Beendigung die Trauerphase durchleben, denn jedes Ende geht auch, bewusst oder unbewusst, mit dem Gefühl des "Versagt Habens" einher. Das ist völlig normal, auch wenn man selber derjenige ist, der die Beziehung beendet hat. Auf jeden Fall nimmt derjenige, die unverarbeiteten Gefühle in die neue Beziehung mit. Dass der Weg so schon noch unfreier ist, erübrigt sich zu sagen…..

Beziehungssüchtige leiden unter Gedächtnisschwund. Sie vergessen gezielt Elemente dessen, was vor einem Jahr, letzte Woche oder gestern war. Sie belügen sich selbst und andere, damit nicht sichtbar wird, welche Opfer sie für sich und die Familie auf sich nehmen – um in der Beziehung bleiben zu können. Nicht selten setzen sie das Wohl ihrer Kinder aufs Spiel, in dem die Kinder als Vorwand genommen werden; somit wieder keine Verantwortung für das Tun übernommen wird.

Beziehungssüchtige geben nicht nur ihre moralischen und andere Wertvorstellungen auf. Sie verwenden auch unendlich viel Zeit auf den Versuch, die Beziehung aufrechtzuerhalten, sodass ihnen die notwendige Zeit für ihre Persönlichkeitsentwicklung, Freiheit in der Beziehung und Freude, fehlt.

Da sie ein ausgeprägtes Kontrollbedürfnis haben (man erinnere sich an die Geisel), wenden sie viel Zeit und Energie auf um die Beziehung willentlich halten zu können. Mit Hartnäckigkeit und Engagement wollen sie die Liebe "halten". Sie werden immer kontrollierender, defensiver und vorwurfsvoller.

Männer, die von Beziehungen abhängig sind, glauben, ohne eine Frau nicht leben zu können; beziehungssüchtige Frauen dagegen sind der Ansicht, dass sie ohne einen Mann keine Identität haben, ohne Mann weniger Wert sind in der Gesellschaft. Sie beziehen ihr Selbstbild aus der Beziehung. Sie haben zum Motto: "Wenn Du nicht da bist, habe ich das Gefühl, als ob ich nicht lebe – also muss ich dich lieben…." Für sie ist Leid und Liebe dasselbe! Wer nicht leidet, kann nicht lieben….

Beziehungssüchtige sind oft durch die Tatsache des Vorlebens des Partners beunruhigt und reagieren eifersüchtig. Sie können es nicht ertragen, dass der Mittelpunkt ihrer Sucht mit jemand anderem außer ihnen zusammen gewesen sein soll oder zusammen ist. Auf Freunde, Verwandte, Kollegen etc. eifersüchtig ist, aus demselben Grund. Damit es eine echte Beziehung ist, muss ein Vakuum existieren. Je länger die Beziehung dauert, umso eifersüchtiger wird man.
Für einen Menschen, der abhängig ist von Beziehungen sind Gefühle der Eifersucht wahrscheinlich normal.

Beziehungssüchtige sind ständig unruhig und deprimiert. Da sich ihr Selbstwertgefühl, ihre eigene Bedeutung und ihre Sicherheit einzig aus der Beziehung speisen, müssen sie sich an sie klammern. Wer dies von einer Beziehung verlangt, erwartet natürlich etwas vollkommen Unmögliches. Wird sich der Beziehungssüchtige schließlich über die Vergeblichkeit seiner Kontrollversuche bewusst, gerät er in zunehmende Verzweiflung. Er macht dem Gegenüber ständig Vorwürfe, provoziert Streitereien, wenn das auch nicht fruchtet, sucht er meist den Ausweg, in dem er sich dem nächsten Willigen zuwendet, der auf diese Tricks hereinfällt. (Siehe Inneres Kind – Heilarbeit)

Was wir bis vor kurzem noch als Co-Abhängigkeit bezeichnet haben, ist vermutlich Beziehungssucht und in Wahrheit sind wahrscheinlich auch viele Co-Sexsüchtige, Beziehungssüchtige.





Die Entstehung von Beziehungssucht

Beziehungssucht ist wie schon erwähnt, vollkommen in unsere Gesellschaft integriert. Bei nahe zu allen Verhaltensmodellen, die uns zum Aufbau einer Beziehung zur Verfügung stehen, handelt es sich um Modelle von Suchtbeziehungen.

Es ist fast überflüssig zu erwähnen, dass ein von Beziehungen abhängiger Mensch in einer dysfunktionalen Familie groß geworden ist. Dieser Herd ist überhaupt für alle Süchte zutreffend. Da leider solche Familien die Norm in unserer Gesellschaft sind.

Oftmals sieht es so aus, als gäbe es für Beziehungssüchtige nur einen einzigen Ausweg aus der zerstörerischen unglücklichen Familiensituation: die Beziehung. Sie ist gleichzeitig Hoffnung und das Ticket in die Freiheit. Die Ironie ist halt nur, dass das nicht mal bewusst erlebt und empfunden wird, sondern viel subtiler und unbewusster abläuft. Oft sind solche Menschen noch sehr jung und unerfahren. Aus ihren Familien bringen sie keine oder nur vage Vorstellungen über intakte Beziehungen mit. Da sie jedoch kaum irgendwelche Fähigkeiten zum Aufbau einer echten Beziehung besitzen, sehen sie in einer Beziehung geradezu ein magisches Heilmittel für alles. Gehen oftmals sexuelle Beziehungen ein, da dies die einzige Möglichkeit darstellt, Nähe herzustellen. EinBevor man jedoch keine eigene Identität aufbaut, kommen dann die Vorwürfe an das Gegenüber, da dieser nicht Imstande ist uns glücklich zu machen, oder der andere "Schuld" sei, wenn es mir schlecht geht…







Solche Beziehungssüchtige sind wie Chamäleons. Zwecks Aufbau einer Beziehung können sie sich geschickt in genau die Person verwandeln, die der Partner wünscht. Diese Fähigkeit beherrschen sie perfekt. Und eigentlich weiß niemand, wer sie wirklich sind, nicht mal sie selbst. Obwohl es ihnen an richtungsweisenden Beziehungsmodellen aus ihren Familien mangelt und sie nicht wissen, was eine Partnerschaft eigentlich bedeutet, sehen sie in Beziehungen die einzige Überlebenschance. Die in der Sucht vorherrschenden verdrehten Denkmuster lauten: meine Eltern haben wirklich eine furchtbare Beziehung und sie sind wahrscheinlich beide krank, aber letztendlich haben sie überlebt...." Somit haben sie bereits zu Hause gelernt, dass zum "Überleben" wenn auch nur zum minimalen – eine Beziehung gehört. Dies ist eine Lehre, grade bei Eltern, die wegen der Kinder zusammenbleiben. Sobald innerhalb von Familien der Erhalt von Beziehungen mit Überleben gleichgesetzt wird, kann dies zu Beziehungssucht führen.





Das Vermeiden von Nähe

Alle beschriebenen Suchtformen haben anscheinend die Nähe zum anderen zum Ziel und sind dennoch das Gegenteil, nämlich Flucht vor Nähe. Wer süchtig nach Sex, Romanzen oder Beziehungen ist, wird lauthals protestieren und behaupten, er suche wirkliche eine vertraute, enge Beziehung, das sei doch das was wir vom Leben erwarten!

Wenn wir Nähe zu anderen herstellen wollen, müssen wir zunächst einmal bereit sein, uns selber nahe zu sein – und jede Sucht, egal wonach, vermeidet dieses Nah-bei-sich-Sein. Ein Alkoholiker etwa gerät mit der Zeit in immer größer werdende Isolation. Da wir in einer süchtigen Gesellschaft leben, führen die Fähigkeiten, die man uns für den Aufbau von Beziehungen mitgegeben hat, beinahe zwangsläufig zu Pseudo-Beziehungen. So haben wir beispielsweise gelernt, dass intime Partnerschaft etwas mit gegenseitiger Abhängigkeit zu tun hat. Jede Form von Abhängigkeit ist zerstörerisch. Solche Beziehungen können nicht intim und vertraut sein. Abhängigkeit tötet Nähe. Die meisten Menschen glauben, man müsse eine Beziehung brauchen, sonst würde man verlassen werden.



Nähe zu anderen
Wie steht es nun mit Nähe und Intimität in Beziehung? Nähe und Intimität werden beeinträchtigt von Ablehnung von Verantwortung. das Aufrechterhalten der Kontrollillusion; schließlich von Unehrlichkeit und letztlich von Selbstbezogenheit. Jedes dieser vier Verhaltensmuster zerstört garantiert jegliche Nähe und jede Beziehung. Und Suchtbeziehungen sind auf diesen Prozessen aufgebaut.



Selbstbezogenheit:

Solche Menschen neigen dazu, die Gefühle und Aktivitäten ihrer Partner entweder für oder gegen sich zu empfinden – und dementsprechend reagieren sie. Sie sehen sich selbst als Mittelpunkt des Universums und setzen alles in ihrer Umgebung in Bezug zu sich. Die Annahme, dass sämtliche Gefühle und Gedanken des Partners durch uns verursacht sind. Wenn unser Partner also deprimiert ist, stellt sich sofort die Frage "Was habe ich bloß getan? Doch was im außen als Sorge um den anderen erscheint, ist in Wirklichkeit pure
Selbstbezogenheit.

Sucht... die Suche nach sich selbst....