Welche Formen der Depression gibt es?
* Unipolare Depression
* Bipolare, affektive Störung
* Neurotische Depression (Dysthymie)
* Winterdepression
* Wochenbettdepression
* Altersdepression
Unipolare Depression:
Unipolar (einpolig) nennt man diese Art der Depression deshalb, weil der Betroffenen nur depressive, aber keine manischen Schübe hat. Manchmal tritt die Depression nur einmal auf, bei den meisten ist sie jedoch wiederkehrend.
Affektive Symptome Kognitive Symptome Somatische Symptome:
Bedrücktheit Verlangsamung – Hemmung psychomotorische Gehemmtheit -
Traurigkeit Einengung psychomotorische Agitiertheit
Affektlabilität Kontrationsstörung
verminderte Reagibilität „negative Trias„ Ein-, Durchschlafstörungen
ziellose Angst Schuld - Sünde frühmorgendliches Erwachen
Scham, Dysphorie Krankheit - Hypochondrie
Schuldgefühle Verarmung Tagesschwankung
Selbstwertverlust Tod – Nihilismus Inappetenz, Gewichtsverlust
Interesse-, Freudlosigkeit Suizidalität Libidoverlust
Entfremdung Vitalitätsverlust – Müdigkeit
Erschöpfbarkeit
leibliche Missempfindungen
lokalisierte Schmerzen
Bipolare Störungen
Klassifikation nach ICD-10; F31 Bipolare affektive Störung; ICD-10 online (WHO-Version 2006)Bipolare affektive Störung Hierbei handelt es sich um eine Störung, die durch wenigstens zwei Episoden charakterisiert ist, in denen Stimmung und Aktivitätsniveau des Betroffenen deutlich gestört sind. Diese Störung besteht einmal in gehobener Stimmung, vermehrtem Antrieb und Aktivität (Hypomanie oder Manie), dann wieder in einer Stimmungssenkung und vermindertem Antrieb und Aktivität (Depression). Wiederholte hypomanische oder manische Episoden sind ebenfalls als bipolar zu klassifizieren. […]
[http://www.dimdi.de/dynamic/de/klassi/diagnosen/icd10/htmlamtl2006/fr-icd.htm – zuletzt gelesen am 12.11.2009]
Depression: [lat. depressus herabgedrückt], komplexer Begriff für vielfältige Symptomatik: (1) emotional: gedrückte, traurige Verstimmung; (2) kognitiv: negatives Selbstkonzept, -vorwürfe und –beschuldigungen, Grübeln, Konzentrationsverlust; (3) motorisch: Veränderung im Aktivitätsniveau (retardiert vs. agitiert); (4) motivational: Interesse- und Antriebsverlust, Entschlussunfähigkeit; (5) vegetativ: Schlaflosigkeit, Appetit- und Lipidoverlust. […]
[Häcker H. O., Stapf K.-H.: Dorsch Psychologisches Wörterbuch, Verlag Hans Huber, Bern, 2004, S.192 f]
Manie: [gr. Mania Wahnsinn, Sucht] in der Psychiatrie abnormer Gemütszustand mit folgenden Symptomen: (1) grundlose, überströmende Heiterkeit, (2) Selbstüberschätzung und unbeirrbarer Optimismus, (3) Beschleunigung mit Oberflächlichkeit des Denkens (Ideenflucht), (4) Triebstierung, besonders der Sexualität und Aggressivität, (5) allg. Antriebssteigerung (Bewegungs-, Betätigungs-, Rededrang). […]
[Häcker H. O., Stapf K.-H.: Dorsch Psychologisches Wörterbuch, Verlag Hans Huber, Bern, 2004, S.192 f]
„Unter Hypomanie versteht man eine nicht stark ausgeprägte Manie, typischerweise ohne gravierende soziale Konsequenzen. Eine Hypomanie liegt jedoch bereits deutlich über einem normalen Aktivitäts- und/oder Stimmungsausschlag.
In der gemischten Episode sind sowohl einzelne Symptome der Manie als auch der Depression vorhanden, beispielsweise ein verstärkter Antrieb bei gedrückter Grundstimmung.“
Begleiterkrankungen (Komorbidität)
Alkohol- und Drogenmissbrauch (66,67%)Medikamentenmissbrauch (in postmanischen Phasen, bei schwerer Depression)Panikstörungen
Persönlichkeitsstörungen
Typische Symptome von Manie und Depression im Rahmen einer bipolar affektiven Störung (manisch depressiven Erkrankung)
x-Achse: Zeit;
y-Achse: nach oben Manieausprägung, nach unten Depressionsgrad, dazwischen können Phasen mit normalen Stimmungsniveaus liegen.
[http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Bipolaraktuell6.png&filetimestamp=20060821235547 – zuletzt gelesen am 13.11.2009]
Diagnostische Charakteristika für das bipolare SpektrumDiagnose nach ICD-10* bzw. DSM-IV-TR **Bipolare Störungen bzw. bipolare SpektrumserkrankungenBipolar IMindestens eine manische EpisodeEine depressive Episode kann aufgetreten sein oder nichtBipolar IIMindestens eine hypomanische Episode, zusätzlich zur depressiven EpisodeRapid Cycling Mindestens vier Phasen/Jahr:Ultra Rapid Cycling: andauernder Phasenwechsel innerhalb von TagenUltra-ultra Rapid Cycling: Wechsel innerhalb von StundenZyklothyme Störung Im Langzeitverlauf depressive und hypomanische SymptomeKriterien für depressive Episode(oder „Major Depression“ nach DSM-IV-TR), Hypomanie oder Manie sind nicht erfüllt
Chronische substituierende affektive Störung (während der ersten zwei Jahren der Störung keine Major Depression, keine Manie, keine gemischte Episode)Hyperthymes TemperamentExtrovertierte, expansive Persönlichkeit* Internationationale Klassifikation psychischer Störungen der Weltgesundheitsorganisation, 10.Version
** Diagnostisches und statistisches Manual psychischer Störungen der psychiatrischen Gesellschaft der USA, 4. textrevidierte Version[ÖGPB - Österreichische Gesellschaft für Neuropsychopharmakologie und Biologische Psychiatrie: CliniCum neuropsy Das Medium für Psychiatrie und Neurologie, Bipolare Störungen – medikamentöse Therapie, ÖGPB, Wien, 2008, S.5]
Die bipolar affektive Störung verläuft episodisch: depressive, manische, hypomanische oder gemischte Episoden.
Verlaufsformen
Manische oder depressive Episoden treten häufig nach belastenden Lebensereignissen auf. Das erste Auftreten kann in jedem Alter geschehen, die ersten Symptome meist zwischen dem 15. und 30. Lebensjahr. Häufigkeit und Dauer der Phasen sind sehr unterschiedlich, (in den ersten 10 Jahren häufig vier Phasen).
Generell kann man sagen, dass manische Phasen etwas kürzer dauern als depressivedie Intervalle zwischen den Phasen mit der Zeit kürzer werden
mit zunehmendem Lebensalter auch die Häufigkeit und Dauer der depressiven Phasen steigt.
Nach einigen Phasen können sich innere Rhythmen bilden, die möglicherweise zu einem chronischen Verlauf führen.
[http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Bipolar1_entwurf.png&filetimestamp=20060822000030 – zuletzt gelesen am 13.11.2009]
Als Bipolar I wird eine 7 bis 14 Tage oder seltener auch länger andauernde manische Episode bezeichnet, gefolgt von mind. einer depressiven Episode. Sie kommt bei ca. 1 bis 2% der Bevölkerung vor. Frauen und Männer sind gleich häufig betroffen.
[http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Bipolar2_entwurf.png&filetimestamp=20060822000206 – zuletzt gelesen am 13.11.2009]
Bipolar II beinhaltet eine mind. 14 Tage andauernde depressive Episode, gefolgt von mind. einer Hypomanie. Sie kommt bei ca. 4 % der Bevölkerung vor.
Rezidivierende depressive Störungen (Depressionen, die nach einem Zwischenzustand des Normalen immer wieder auftreten) können mit einer Bipolar II-Störung verwechselt werden, wenn die hypomanen Phasen nicht erkannt werden.
Switching (Polaritätswechsel) wird der übergangslose Wechsel zwischen Manie und Depression genannt.
Zyklothymia (Betroffene sind mind. 2 Jahre lang leichten manischen und depressiven Schwankungen ausgesetzt (deutlich über normalen Stimmungsschwankungen). – wird nicht zur bipolaren Störung gerechnet!
Rapid Cycling
Vier Stimmungsumschwünge im Jahr erleiden Betroffene, bei Ultra Rapid Cycling treten die Stimmungsschwankungen innerhalb weniger Tage ein und bei Ultra Rapid Ultradian Cycling innerhalb von Stunden.
Patienten werden häufig in der Klinik behandelt, da sie spezielle Therapien benötigen, da klassische Präparate die schnellen Wechsel nicht verhindern.
Das Suizidrisiko ist hoch und die Prognose schlecht.
Ätiologie
Die Entstehung ist multifaktoriell bedingt. (Vulnerabilität: Individuelle Disposition, die zu einer bestimmten Krankheit führt.)
Faktoren, die auf Entstehen, Verlauf und Ende Einfluss nehmen:genetische Faktoren: Erbgut setzt einen Rahmen für die Erkrankungswahrscheinlichkeit (Prädisposition)Die Wahrscheinlichkeit für direkte Nachkommen ebenfalls an einer Bipolar I-Störung zu erkranken, ist siebenfach erhöht - an einer anderen affektiven Störung sogar um das 15 – 20-fache.
Es wurden Gendefekte festgestellt (z.B. Chromosomen 18, 4, 21; betroffen sind Monoaminooxidase- und Serotonintransport, Aufbau des Noradrenalin-Stoffwechsels)biologische Faktoren: Neurotransmitter zeigen eine mengenmäßige Abweichung: Depression – Mangel an Noradrenalin und Serotonin; Manie – erhöhte Konzentration von Dopamin und Noradrenalin.psychosoziale Faktoren: Einfluss der Umweltfaktoren (Trauma, Trennung, Mobbing, Verfolgung, Missbrauch, Misshandlung, psychosozialer Stress, Konflikte, angstauslösende Veränderungen,…)
Faktor Lebenswandel: unregelmäßiger Tag-/Nacht-Rhythmus (Schichtarbeit, Überarbeitung, Schlafmangel, Alkohol- und Drogenmissbrauch, …), Stress!!!!
Behandlung
Aufgrund mangelnder Krankheitseinsicht (Manie) und akuter Suizidgefahr kommt es manchmal zu Zwangsbehandlungen. Meist jedoch erfolgt eine freiwillige Behandlung aufgrund des großen Leidensdrucks.
In den meisten Fällen wird mit Medikamenten behandelt, da eine krankhafte Veränderung des Botenstoffhaushalts nicht ausreichend durch Gespräche beeinflusst werden kann. Die medikamentöse Therapie wird jedoch regelmäßig durch Kontrollen und Gespräche ergänzt, bei leichteren Fällen reicht meist die Gesprächstherapie aus. Wichtig hierfür ist ein frühzeitiges Erkennen der Erkrankung.
Koffein, Alkohol und Drogen haben zusätzlich eine verstärkende Wirkung der Störung, deshalb wird der völlige Verzicht dieser verordnet.
Medikamente
In verschiedenen Episoden wird eine unterschiedliche Medikation verwendet. (Akuttherapie, Erhaltungstherapie und Prophylaxe)
Manie (Neuroleptika, Benzodiazepine)
Depression (Antidepressiva – Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer)
Psychotherapie
In Form einer Verhaltens-, Gesprächs-, Soziotherapie oder Psychoedukation ist empfehlenswert, sowie Sebsthilfegruppen (zB „Bipolar-Selbsthilfe-Netzwerk“), die darauf abzielen, zu neuen Selbststeuerungskonzepten, Stress-Management, Selbstbeobachtung und Selbstregulation zu führen.
Epidemiologie (räumlich-zeitliche Verteilung)
Lebenszeitrisiko eine bipolare Störung zu entwickeln, liegt zwischen 10 – 16 Promille. Es gibt keinen Unterschied zwischen Frauen und Männern.
75% der Patienten erleiden ihre erste Krankheitsepisode bis zum 25. Lebensjahr.
10 – 15% der Betroffenen durchleben mehr als 10 Episoden im Leben.
39% der Patienten haben eine weitere psychiatrische Diagnose.
Ca. 25 – 50% aller bipolar Erkrankten unternehmen mind. einen Suizidversuch, etwas 15 – 30% suizidieren sich.
Auswirkungen ungünstiger Verläufe:
Bipolare und deren Angehörige sind in ihrem Alltag stark beeinträchtigt:„Fremdgehen“, finanzieller Ruindistanzloses, ruhloses, auffälliges VerhaltenBerufsunfähigkeitAusfall partnerschaftlich-unterstützender VerhaltensweisenHäufig AlkoholabususStigmatisierung (gezeichnet vom Leben)
Manie/manische Episode
Während einer Manie konzentriert der Betroffene oft seine volle Kapazität auf meist angenehme Teilaspekte seines Lebens, wobei andere Aspekte vernachlässigt oder völlig ignoriert werden. So kann es vorkommen, dass der Betroffene seine gesamte Energie auf sein berufliches oder freiwilliges Engagement, für einen neuen Partner oder auf Sexualität fokussiert, gleichzeitig aber wichtige oder wichtigere Dinge wie z. B. seinen Haushalt oder seinen Beruf oder seine Familie völlig vernachlässigt. Die vermehrte Leistungsbereitschaft kann zunächst auch zu Erfolgen führen. […] Auch die übersteigerte Geselligkeit und Schlagfertigkeit kann gut ankommen. Der Schlaf reduziert sich jedoch extrem und der Körper wird entsprechend überanstrengt.
Bei stärkeren Ausprägungen kann es zu Realitätsverlust und Wahn kommen. […] Die Selbstüberschätzung und die Grandiositätsgefühle während der Manie können in einen Größenwahn umschlagen (Megalomanie und/oder Cäsarenwahn). Dabei kann ein religiöser Wahn, auch religiöser Größenwahn auftreten. Auch wegen des durch die Manie hervorgerufenen teils extremen Schlafmangels können Halluzinationen hervorgerufen werden. […]
Hypomanie
Die Hypomanie ist die abgeschwächte Form der Manie. Besondere Merkmale sind die gehobene Grundstimmung und gesteigerter Antrieb, die mit gleichzeitigen Veränderungen im Denken im Sinne eines sprunghafteren, unkonzentrierteren Denkens (Ideenflut) und einer Veränderung der Psychomotorik verbunden sein können. Durch die gehobene Stimmung kommt es zu einem größeren Selbstbewusstsein, einer erhöhten Risikofreudigkeit und zu Grenzverletzungen. Die Leistungsfähigkeit ist in diesem Zustand am höchsten.
Depression/depressive Episode
Die Depression verkehrt alle Aspekte der Manie ins Gegenteil und zwingt den Betroffenen zu Apathie und Lustlosigkeit. Bei dieser Erkrankungsphase höchsten Leidens erscheint sehr oft der Tod als besserer Zustand. Auch beschämen dann oft Dinge, die man in der Manie gemacht hat. Eine Depression wird als viel schlimmer empfunden als das „Depressiv-Drauf“-Sein, das auch viele gesunde Menschen gelegentlich durchmachen. Depressive Episoden kommen im fortgeschrittenen Alter häufiger.
Depression:
Unter einer Depression versteht man eine Phase der Traurigkeit, Niedergeschlagenheit und gedrückter Stimmung, die ungewöhnlich lange besteht und für den Betroffenen nicht mehr vollständig kontrollierbar ist.
Es gibt immer wieder Situation im Leben in der man sicher niedergeschlagen fühlt, das ist ganz natürlich, nicht jede Krise bedeutet gleich eine Depression. Die Grenze zwischen einer „normalen“ Niedergeschlagenheit und einer leichten Depression verlaufen manchmal fließend, in den meisten Fällen lässt sich jedoch eine Stimmungsschwankung klar von einer Depression unterscheiden.
Alarmierend sind die Zahlen einer Studie aus der hervorgeht, dass mittlerweile jeder 4. Österreicher an dieser Krankheit leidet, wobei Frauen häufiger unter Depressionen leiden als Männer.
Eine depressive Episode besteht, wenn mehrere der unten angeführten Symptome über mehr als 2 Wochen ständig vorliegen:
* Gefühle von Niedergeschlagenheit, Hoffnungslosigkeit und Traurigkeit
* Interessensverlust, Freudlosigkeit, Gefühl innerer Leere
* Verminderter Antrieb, Aktivitätsverlust
* Verminderte Konzentration und Aufmerksamkeit
* Gefühl der Wertlosigkeit, Schuldgefühle, geringes Selbstvertrauen
* Negative und pessimistische Zukunftsaussichten
* Einschlaf- und Durchschlafstörungen, frühmorgendliches Erwachen
* Verminderter Appetit
* Wenig bei kein sexuelles Interesse
* Suizidgedanken, Selbstverletzung, Suizidhandlungen
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Agitiert depressives Syndrom:
Zeichnet sich durch ängstliches, klagendes und rastloses Verhalten aus.
Gehemmt-depressives Syndrom:
Der Antrieb ist gehemmt, die Körperbewegungen, das Sprechen und Denken sind verlangsamt, außerdem kommen Konzentrations- und Gedächtnisstörungen vor.
Somatisierte Depression:
Die Betroffenen konzentrieren sich auf körperliche Beschwerden, die depressive Grundstimmung nimmt er aber nicht wahr oder deutet sie als Folge seiner körperlichen Beschwerden.
Wahnhaft-depressives Syndrom:
Der Betroffene hat Wahnvorstellungen (z.B. Schuld-, Versündigungs-, Verarmungswahn), die zur Depression passen. Beim Versündigungswahn glaubt der Betroffene grundlos eine unverzeihliche Tat begangen zu haben.
Bipolare affektive Störung (manisch-depressiv):
Bei der bipolaren affektiven Störung gibt es depressive und manische Phasen. In der manischen Phase dominiert beim Betroffenen ein hinsichtlich seiner Fähigkeiten übersteigertes, unangemessenes Selbstverständnis. Manische Patienten können oft lange Zeit die ganze Nacht durcharbeiten, ohne Müdigkeitserscheinungen zu verspüren, haben ein vermehrtes Redebedürfnis und es kommen Größenideen vor.
Die Episoden wechseln von himmelhoch jauchzend bis zu Tode betrübt – zwischen Euphorie und Niedergeschlagenheit. Das persönliche Erleben der Umwelt ändert sich und der Betroffene verliert den Realitätssinn.
Die Zahl der Episoden ist individuell, bei einigen gibt es nur eine einzige Episode, andere haben viele. In der Zeit zwischen den Episoden ist der Patient psychisch grundsätzlich gesund. Ca. 1 bis 2 % der Bevölkerung leiden an dieser Krankheit.
Symptome der bipolaren affektiven Störung:
In der depressiven Phase:
* Niedergeschlagenheit, Hoffnungslosigkeit
* Mimik und Sprache sind gehemmt
* Geringes Selbstbewusstsein
* Entscheidungsschwäche
* Appetitverlust, Gewichtsabnahme
* Suizidgedanken, Gedanken kreisen um den Tod
In der manischen Phase:
* Euphorische Stimmung, Reizbarkeit, Aggression
* Bewegungs- und Aktivitätsdrang, gesteigerter Antrieb
* Drang zu reden, spricht schneller und die Stimme ist kräftiger als sonst
* Keine Krankheitseinsicht
* Wenig Schlafbedürfnis
* Impulsivität, Spontaneität, hemmungsloses Verhalten
* Erhöhtes Selbstbewusstsein bis hin zum Größenwahn (glaubt von Gott auserwählt zu
sein etc.)
Neurotische Depression (Dysthymie):
Manche Patienten leiden an einer meist leichter ausgeprägten, aber dafür chronisch verlaufenden Form der Depression, genannt Dysthymie. Hierbei handelt es sich um eine meist im jungen Erwachsenenalter beginnende, eher chronisch verlaufende Depression.
Auslöser für eine depressive Phase können akute oder chronisch belastende Lebenssituationen sein, aber auch körperliche Erkrankungen, eine unzureichende Ernährung, Suchtstoffe und bestimmte Medikamente.
Eine Neurose ist eine Störung der psychischen Erlebnisverarbeitung, die durch ganz oder teilweise verdrängte Konflikte entsteht. Kommen bei einer Neurose Gemütsstörungen im Sinne einer Depression dazu, die das Leidensbild dominieren, dann nennt man das eine neurotische Depression oder depressive Neurose.
Früher nannte man sie auch nervöse, anhaltende ängstliche oder sogar hysterische Depression, laut WHO-Klassifikation wird sie mittlerweile Dysthymie genannt.
Der wichtigste Unterschied der neurotischen Depression (Dysthymie) zu den meisten anderen Depressionsformen liegt darin, dass es sich um einen lang andauernden Verstimmungszustand handelt. Die meisten anderen Depressionen verlaufen episodisch, d. h. Zeiten in guter Verfassung, wechseln mit schwermütigen Phasen.
Der Begriff neurotische Depression ist aus den Worten „Neurose“ und „Depression“ zusammengesetzt.
Eine Neurose ist eine seelische oder psychosozial bedingte Gesundheitsstörung ohne nachweisbare organische Ursache. Als Neurosen mit typischer Symptombildung gelten z.B. Zwangsneurose, Angstneurose, hypochondrische Neurose und die depressive Neurose.
Eine Depression ist eine affektive Störung (Gemütsstörung). Früher teilte man sie in endogene (biologisch erklärbare), somatogene (durch körperliche Krankheiten ausgelöste) und psychogene (seelisch bedingte) Depressionen. Dazu zählte man die reaktive Depression (durch eine akute Belastung ausgelöst) und die neurotische Depression.
Auffallend ist auch, dass laut Statistik Frauen häufiger als Männer davon betroffen sind (könnte auch damit zusammenhängen, dass Frauen eher bei seelischen Störungen einen Arzt aufsuchen als Männer und eher über ihre Stimmungen sprechen als Männer).
Auslöser einer neurotischen Depression:
Situationen, die mit Überforderung, Prüfung oder Enttäuschung zusammenhängen, gelten als Auslöser für eine neurotische Depression. Zu den auslösenden Situationen zählen Todesfälle, Traumen, gesellschaftliche oder berufliche Probleme, Umzug, Berufswechsel, Beförderung mit gestiegener Verantwortung, Überforderung, Pension (Pensionsschock), Trennungen, aber auch biologische Krisenzeiten (Pubertät, Schwangerschaft,
Wochenbett, Klimakterium etc.).
Das Erleben von Entwertung, Erniedrigung, Verlust einer engen Bezugsperson, sowie alle Stresssituationen können zu einer Depression führen.
Auch werden immer wieder dysfunktionale Familien als Ursachen genannt. Die Eltern sind mit der Erziehung überfordert und von den Kindern wird erwartet, dass sie problemlos funktionieren“, um das ohnehin schon belastete Familiensystem nicht aus dem Gleichgewicht zu bringen. Vor allem Kinder, die auf diese Überforderung mit vollkommener Anpassung reagieren, sind später depressionsgefährdet. Sie stehen ständig unter dem Druck, den Erwartungen und Anforderungen anderer gerecht werden zu müssen, dies kann sich in einer Depression manifestieren.
Die Beschwerden stehen mit der Auslösesituation in enger Verbindung, dem Betroffenen bleibt dieser Zusammenhang oft verborgen und kann bei längerfristiger Erkrankungsdauer überhaupt nicht mehr erkennbar sein, dies ist dann die Aufgabe der Therapiearbeit.
Wie äußert sich eine neurotische Depression?
Die Betroffenen fühlen, dass sich ihr Leben wie unter einem „Grauschleier“ abspielt. Die Verrichtung des Alltags ist mit Anstrengung verbunden, nichts geht mehr leicht von der Hand, es sind kaum mehr Interessen vorhanden. Die Fähigkeit zu echter Freude, aber auch mitfühlender Traurigkeit ist verloren gegangen.
Seelische Symptome:
Die Stimmung ist niedergeschlagen, unglücklich, verzweifelt und resigniert. Es kommt vor, dass Betroffene bei jeder Kleinigkeit in Tränen ausbrechen, oder sich als unglücklich erlebten und daran leiden, nicht weinen zu können. Das Erleben der „normalen“ emotionalen Bandbreite ist stark eingeschränkt. Ein stark depressiver Mensch kann sich an positiven Erlebnissen nicht erfreuen, möglicherweise nimmt er sie nicht mal mehr wahr. Viele leiden darunter keine Gefühle der Liebe, Freude etc. mehr empfinden zu können, sie nehmen alles grau, leer und stumpf wahr und beschreiben den Zustand als ein „Gefühl der Gefühllosigkeit“ – sie fühlen sich wie durch eine „Mauer“ von der Umwelt abgeschnitten. Depressive können sich nicht aufraffen etwas zu tun. Möglicherweise ist der Wille zu Aktivitäten und Unternehmungen vorhanden, aber sie fühlen sich so lustlos, antriebslos und schwach, dass sie es einfach nicht schaffen. Auf der anderen Seite erleben viele auch eine innere Unruhe, ein Gefühl von Hektik und Stress, als ob sie unter Strom stehen würden, sie beginnen dann vieles, ohne diese Aktivitäten dann wirklich zu Ende zu führen. Die Aufmerksamkeit wird immer mehr von der Umgebung abgezogen, man ist mit den Gedanken woanders und die Konzentration fällt zunehmend schwerer. Eine konzentrierte Beschäftigung mit einer Sache wird unmöglich. Die Merkfähigkeit ist eingeschränkt.Man verfällt in grüblerisches Denken, die Gedanken drehen sich im Kreis und immer gleiche Denkinhalte drängen sich auf, aber man kommt zu keinem Ergebnis. Frühere, aber auch aktuelle Ereignisse werden überbewertet und aufgebauscht, kleine Verfehlungen aus der Vergangenheit machen ein schlechtes Gewissen. Die Entscheidungsfähigkeit ist stark herabgesetzt und der Betroffene fühlt sich überfordert, in schweren Fällen können sogar banale Fragen zu einem grüblerischen Abwägen führen. Die Betroffenen sind sehr dünnhäutig und fühlen sich bei der kleinsten Kritik sofort angegriffen. Sie neigen dazu Schuldgefühle zu entwickeln, auch dort, wo es gar nicht um ein eigenes Verschulden geht. Das Selbstwertgefühl ist sehr niedrig, sie glauben für die Umgebung eine Belastung zu sein und entwickeln oft Gedanken dies alles nicht mehr aushalten zu können und steigern sich in Suizidgedanken. Ca. 50 % aller tödlich verlaufenden Selbstmordversuche werden im Rahmen einer depressiven Erkrankung begangen. Es fällt den Betroffenen immer schwerer Kontakte zu pflegen und aufrecht zu erhalten, oder überhaupt neue Kontakte zu knüpfen. Sie isolieren sich, sagen häufig unter Vorwänden Verabredungen ab, der Freundeskreis wendet sich dann aus Ärger ab, was den Betroffenen noch mehr in die Isolation treibt. Im Arbeitsleben leiden sie unter dem Gefühl der permanenten Überforderung und die Arbeiten dauern länger als gewöhnlich. Das Arbeitspensum wird nicht mehr geschafft und es ist ein Leistungsabfall zu beobachten.
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Körperliche Symptome:
Das Schlafverhalten beginnt sich zu ändern – wie z.B. Durchschlafstörungen oder Probleme beim Einschlafen. Änderungen sind auch im Essverhalten bemerkbar, häufig in Form einer Appetitverminderung und Gewichtsabnahme. Bei manchen kommt es auch zu Heißhungerattacken und damit verbundener Gewichtszunahme.Enge im Brustkorb, flache Atmung, Druckgefühl auf der Brust, schweres Atmen und Keuchen, Druckgefühl im ganzen Kopf, dabei handelt es sich nicht um Kopfschmerzen im klassischen Sinne, sondern wird als ein Gefühl, ständig einen Helm zu tragen oder der Schädel wäre in einem Schraubstock eingespannt, wahrgenommen werden Herzklopfen, Herzrasen, Druckgefühl hinter dem Brustbein, Kalte Hände und Füße, Hitzewallungen und Kälteschauer, leichtes Erröten, Blutdruckschwankungen, Schwindel und weiche Knie, Übelkeit, Brechreiz, Erbrechen, Blähungen, Sodbrennen, Magendruck, Verstopfung, seltener Durchfall, Beeinträchtigung des Bewegungsapparates (Wirbelsäule, Gelenke)
Einer der wichtigsten Faktoren ist die Persönlichkeitsstruktur der Eltern und deren Erziehungsstil. Die psychologischen Hinergründe sind meist in einer gestörten Eltern-Kind-Beziehung zu finden. Meist handelt es sich dabei um Eltern, besonders Mütter, die selbst zu Niedergeschlagenheit, Resignation, Pessimismus neigen und fleißig, gewissenhaft, aber auch als reserviert und verschlossen geschildert werden. Ihnen war es nicht möglich ihre Gefühle zu äußeren und es fehlte ihnen an Selbstvertrauen. Depressionen können auch eine Folgereaktion eines Traumas sein.
Erziehungsbedingungen, die eine Depression begünstigen:
Das Fehlen von Zärtlichkeit und Geborgenheit. Eine an sehr strengen Grundsätzen orientierte Erziehung, die eine Entstehung von Schuldgefühlen und die Unterdrückung von Aggressionen begünstigt Wenig Verständnis der Eltern für die Bedürfnisse der Kinder, worunter das Selbstwertgefühl und die Kontaktbereitschaft leidetTabuisierung der Sexualität, wird (manchmal religiös bedingt) verdrängt, unterdrückt und als etwas Böses angesehen
Neben solchen angespannten, verängstigenden und aggressionsbetonten Familienverhältnissen ist aber auch ein überfürsorglich, verwöhnender Erziehungsstil ebenso hinderlich, da das Bedürfnis des Kindes nach Selbständigkeit unterdrückt wird. Diese Einengung kann noch schwerwiegendere Folgen haben als eine ungeborgene
Kindheit. Ernste, lebensverneinende und verschlossene Eltern binden ihre Kinder oft an sich und verhindern ihren Selbstständigkeitsprozess, oft halten sie selbst erwachsene Kinder noch in Abhängigkeitsverhältnissen.
Behandlung und Interventionen:
In einer Akutphase der Depression behandelt der Arzt mit Neuroleptika bzw. Benzodiazepine. In der manischen Phase z.B. ist der Gehirnstoffwechsel messbar im Ungleichgewicht. Das Dopamin und Noradrenalin sind erhöht und man beruhigt mit oben genannten Präparaten. Auch ist bei Fremd- bzw. Selbstgefährdung Gefahr im Verzug und sollte im familiären Umfeld und Freundeskreis geachtet werden auf das Verhalten der Betroffenen.
In der depressiven Phase wird mit Antidepressiva und Selektiven Noradrenalin Wiederaufnahmehemmer behandelt. Es empfiehlt sich überhaupt eine Kombinationstherape von medikamentöser Behandlung und Psychotherapie zu machen, um den Ursachen auf den Grund zu gehen und ev. die Folge eines Traumas aufzuarbeiten.
Winterdepression (saisonal abhängige Depression – SAD):
Dies ist eine jahreszeitbedingte Erkrankung, die im Herbst oder Winter auftritt und im Frühjahr wieder vergeht. Diese Form der Depression dauert in etwa 5 bis 6 Monate. Im Gegensatz zu den anderen Depressionsformen kommt es bei der Winterdepression zu vermehrtem Appetit und Heißhungerattacken, vor allem auf Süßes. Auffallend ist, dass die Winterdepression im Mittelmeerraum kaum bekannt ist.
In den Wintermonaten führen der Mangel an natürlichem Tageslicht, die verminderte Lichtintensität und die abfallenden Temperaturen zur Depression.
Wissenschaftler gehen davon aus, dass die Funktion der Zirbeldrüse (Epiphyse) durch den Tageslichtmangel gestört wird und es dabei zu einer Störung des Melatoninhaushaltes kommt, Melatonin ist unter anderem auch für die Aufrechterhaltung des Wach-Schlaf-Rhythmus verantwortlich.
Symptome der Winterdepression:
* Energielosigkeit
* Heißhungerattacken
* Unausgeglichenheit
* Antriebslosigkeit
* Niedergeschlagenheit
* Vernachlässigung sozialer Kontakte
* Großes Schlafbedürfnis, kommt morgens schwer aus dem Bett
Wochenbettdepression (postpartale Depression):
Die postpartale Depression (lat.: post = nach; partus = Niederkunft) ist eine seelische Krise in die nicht wenige Frauen nach der Entbindung fallen. Statt fröhlichem Mutterglück erlebt die Frau Niedergeschlagenheit und Trauer.
Ein nach der Geburt auftretender „Baby-Blues“ ist durchaus normal und hat mit einer Wochenbettdepression nichts zu tun. Dieser tritt in etwa zwischen dem 3. und 5. Tag nach der Geburt auf und verschwindet von alleine. Eine Wochenbettdepression kann erst nach etwa 30 Tagen nach der Geburt auftreten und sogar Monate andauern.
Die Betroffenen fühlen sich ängstlich, antriebslos niedergeschlagen und unsicher und haben Aggressionen gegenüber dem Kind und dem Partner. Neben den seelischen Symptomen kommen auch körperliche Beschwerden, die oft fälschlicherweise als Reaktion auf die Belastung durch die Geburt und das Stillen gedeutet werden.
Wie bei anderen Depressionsformen kann es zu Suizidgedanken und möglicherweise zu suizidalen Handlungen kommen.
Die Ursachen einer postpartalen Depression sind individuell verschieden und können durch hormonelle, psychische, soziale oder gesellschaftliche Faktoren ausgelöst werden.
Viele Frauen können während der Wochenbettdepression (7 Chakren Reading zur Heilung) hat sich als sehr heilsam erwiesen) gegenüber ihrem Baby wenig oder keine Liebe empfinden und haben deswegen große Schuldgefühle. Manchmal denken sie daran sich vom Kind zu trennen und können auch mit niemanden darüber sprechen, da sie dann als schlechte Mutter angesehen werden können. Die postpartale Depression ist eine sehr tabuisierte Erkrankung.
Die postpartale Depression lässt sich in folgende Gruppen untergliedern:
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Postpartales Stimmungstief:
Das postpartale Stimmungstief tritt in etwa 10 Tage nach der Entbindung auf. Mehr als die Hälfte der Gebärenden sind davon zumindest kurzfristig betroffen. Typische Merkmale können sein:
* Traurigkeit, bricht schnell in Tränen aus
* Empfindsamkeit
* Stimmungsschwankungen
* Müdigkeit, Erschöpfung
* Schlaflosigkeit
* Ängstlichkeit, Unsicherheit
* Reizbarkeit, Ruhelosigkeit
* Konzentrationsschwierigkeiten
Postpartale Depression:
Eine postpartale Depression kann im ersten Jahr nach der Entbindung jederzeit entstehen. Typisch ist eine schleichende Entwicklung und es sind Abstufungen von leicht bis schwer zu unterscheiden. Etwa 10 bis 20 % der Mütter sind davon betroffen. Typische Merkmale sind:
* Traurigkeit, häufiges Weinen
* Müdigkeit, Erschöpfung und Energiemangel
* Antriebslosigkeit, Desinteresse
* Schuldgefühle
* Kopfschmerzen
* Ambivalente Gefühle dem Kind gegenüber
* Reizbarkeit
* Panikattacken
* Suizidgedanken
Postpartale Psychose:
Die postpartale Psychose kommt relativ selten vor und entsteht vorwiegend direkt nach den Wehen oder ca. 2 Wochen nach der Entbindung, kann sich jedoch auch aus einer Depression entwicklen. Sie ist die schwerste Form der nachgeburtlichen Krise und kommt in etwa bei 1 bis 3 von 1.000 Müttern vor.
Bei einer postpartalen Psychose kommt es zu dramatischen Persönlichkeitsveränderungen und die betroffenen Frauen verlieren den Kontakt zur Wirklichkeit.
Bei der postpartalen Psychose treten folgende Formen auf:
manischstarke Antriebssteigerung, motorische Unruhe, Verworrenheit und Wahnvorstellungen, depressiv extreme Angstzustände, Antriebs- und TeilnahmslosigkeitschizophrenHalluzinationen, Wahnvorstellungen und Antriebsarmut
Altersdepression:
Durch die veränderten Lebensumstände alter Menschen z. B. durch Verlust geliebter Menschen, die nachlassende Gesundheit, Einschränkung der Bewegungsfreiheit sind häufig Ursachen für depressive Verstimmungen. Die Zurückgezogenheit und Tendenz zur Isolation alter Menschen wird von der Gesellschaft als normal angesehen und in den wenigsten Fällen als Depression erkannt.
Diese Form ist die häufigste psychische Erkrankung im Alter. Wenn man bedenkt, dass der Anteil älterer Menschen ständig zunimmt, so wird die Behandlung von Altersdepression immer wichtiger.
Etwa 10 bis 15 % aller älteren Menschen leiden an dieser Form der Depression. Nicht selten deshalb, da Berührungen des Körpers fast gänzlich fehlen. In Alters- und Pflegeheimen steigt der Prozentsatz der Depression sogar auf 30 % an.
Die Behandlung älterer Menschen mit depressiven Verstimmungen erweist sich schwieriger als die Behandlung jüngerer Menschen. Deshalb vor allem, da viele ältere Menschen an diversen anderen Krankheiten leiden und Symptome daher oft nicht einer Depression zugeschrieben werden.
Symptome der Altersdepression:
* Gliederschmerzen
* Schlafstörungen
* Kopfschmerzen
* Konzentrations- und Gedächtnisstörungen
* Appetitlosigkeit
* Innere Unruhe
* Müdigkeit
* Gefühl der Wertlosigkeit
* Häufiges Nachdenken über den Tod
* Suizidgedanken
Gibt es eine „Depressions-Persönlichkeit“?
Gibt es Menschen, die eher gefährdet sind an einer Depression zu erkranken als andere? Wenn ja welche Merkmale weisen diese Menschen auf?
Die Persönlichkeit der Betroffenen muss nicht unbedingt auffällige neurotische Züge aufweisen, aber meist lassen sich Brückensymptome (Symptome oder Symptomfragmente im Intervall zwischen der Ersterkrankung u. einem Rezidiv) ausfindig machen, die den Bogen zwischen zurückliegenden Ereignissen bis in die Gegenwart spannen. Hierzu zählen psychische, psychosoziale und psychosomatische Störungen aus der Kindheit.
Als Beispiele seien hier angeführt: Sprachstörungen, Nägelkauen, Bettnässen, Ängstlichkeit, Unsicherheit, Zwänge, Schulschwänzen, krankhafte Überangepasstheit etc. Diese Symptome können sich später beim Betroffenen in geringem Selbstbewusstsein und einem gesteigerten Bedürfnis nach Selbstwertbestätigung und Anerkennung äußeren.
Oft ist auch Perfektionismus, extreme Gewissenhaftigkeit, übersteigertes Pflichtbewusstsein, Angst vor Übertretung von gesellschaftlichen Richtlinien, Neigung zur Abhängigkeit und Unselbständigkeit, Unterdrücken von Aggressionen etc. zu beobachten.
Betroffene sind oft krampfhaft auf der Suche nach Nähe, Wärme und Geborgenheit und binden sich an enge Wertvorstellungen (was „man“ tut!).
Auch sind im zwischenmenschlichen Bereich Schwierigkeiten zu beobachten, da es sehr schwer fällt Kontakte zu knüpfen. Viele sehen sich selbst überkritisch und suchen die Schuld ständig bei sich selbst.
Da sozialer Kontakt so schwer fällt, besteht eine Neigung sich an andere anzuklammern aus Angst vor Verlusten, Enttäuschungen und Kränkungen.
Ein großes Problem ist die Unfähigkeit Glück, Zufriedenheit und innere Ruhe zu erleben, der Zugang zum eigenen Inneren scheint versperrt, oft fehlt eine Beziehung zum eigenen Körper.
Den meisten Betroffenen fällt es schwer ihre Aggressionen, oder ihrer Wut Ausdruck zu verleihen, diese Emotionen werden unterdrückt und richten sich dann gegen sich selbst in Todesphantasien und Suizidgedanken.
Bild: Piero Molinari
Bild: Piero Molinari
Früherkennung von Depressionen
Wenn ein Mensch niedergeschlagen, traurig, verzweifelt, ängstlich reagiert muss noch kein Zeichen für eine Depression, sondern könnte auch eine Reaktion auf ein belastendes Ereignis sein.
Anders sieht es aus, wenn der Betroffene sich plötzlich äußerlich verändert, vorgealtert wirkt, erstarrte Gesichtszüge, schweren Gang, matte oder fahrige Gesten, einen verschleierten Blick, eine leise und monotone Stimme, aufweist. Der Betroffene weiß oft auch selber nicht den Grund für seine Veränderung, da alles so diffus, schwer fassbar und kaum erklärbar ist. Irgendwie fühlt es sich an wie Stress oder Erschöpfung und ist es doch wieder nicht.
Zuerst sollte abgeklärt werden, ob hinter den Symptomen eine körperliche Krankheit steckt. Viele Depressive wirken auf den ersten Blick gar nicht niedergeschlagen oder schwermütig. Meist klagen sie über Schlafstörungen, Mattigkeit, Appetitlosigkeit, Antriebslosigkeit, Kopfdruck, Kloßgefühl im Hals, Schwindel, Augenflimmern, Magen- und Darmprobleme etc.
Fragen, die helfen eine Depression zu erkennen:
* Können Sie sich freuen?
* Fällt es Ihnen schwer Entscheidungen zu treffen?
* Fühlen Sie sich zerschlagen ohne entsprechenden Grund?
* Haben Sie das Interesse an Dingen verloren, die Ihnen vorher viel bedeutet haben?
* Haben Sie das Gefühl, das Leben sei sinnlos geworden?
* Neigen Sie zu vermehrtem Grübeln?
* Schlafen Sie schlecht (Probleme beim Einschlafen, wachen Sie frühmorgens auf)?
* Spüren Sie immer wieder auftretende, schwer zu beschreibende Druckgefühle,
Schmerzen im Kopf, in der Brust oder im Rückenbereich
* Haben Sie zurzeit ein mangelndes sexuelles Interesse?
* Leiden Sie unter Appetitlosigkeit?
Auch wenn einige der o. a. Fragen auf Sie zutreffen, muss noch lange keine Depression bestehen. Diese Liste soll nur Anhaltspunkte zur Selbsterkenntnis liefern und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
Energethiker Graz - Herzenstrainer
Wie sollen Angehörige und Freunde mit Depressiven umgehen?
In erster Linie sollten falsche, wenn auch gut gemeinte, Ratschläge unbedingt vermieden werden. Es ist falsch einen Depressiven aufzufordern „er solle sich doch zusammenreißen und sich nicht so hängen lassen“. Solche Appelle verstärken nur seine Verzweiflung und vermindern das Selbstwertgefühl noch mehr, da er glaubt „nichts auf die Reihe“ zu bekommen.
Auch ist es nicht empfehlenswert, den Betroffenen Vergnügungs-, Ablenkungs- und Zerstreuungsmöglichkeiten anzubieten, da er in einer depressiven Phase die Fähigkeit verloren hat, sich zu freuen, kann er damit nichts anfangen. (siehe unter die 4-Phasen der Trauerverarbeitung)
Viele versuchen Depressive zu einem Urlaub zu überreden in der Absicht, dass die veränderte Umgebung heilsam wirken könnte. Dies ist aber wenig hilfreich, da Betroffene sich schwer diesem Zustand in eine neue Umgebung eingewöhnen kann, außerdem würde seine Kontaktschwäche nur seine Minderwertigkeitsgefühle verstärken. Durch seine Ängste, seinem Pessimismus und seiner Teilnahmslosigkeit wäre er für alle anderen eher eine Belastung.
Es sollte auch vermieden werden, dem Depressiven evtl. Wahnideen (wie Krankheitswahn, Verarmungswahn, Versündigungswahn) auszureden. Wahnideen kann man mit logischen Argumenten nicht widerlegen. Solche Diskussionen führen nur dazu, dass der Betroffene sich unverstanden fühlt, denn er selbst kann ja nicht anders, als seinen Wahnideen Glauben schenken. Die Gewissheit, die trotz der Gegenbeweise nicht zu korrigieren sind, macht ja einen Teil des Krankhaften aus.
Depressive haben große Probleme mit Entscheidungen, deshalb sollte man sie keine wichtigen Entscheidungen treffen lassen, während einer depressiven Episode, da er während dieser Zeit sehr pessimistisch eingestellt ist und dabei getroffene Entscheidungen sich später fast immer als Nachteil erweisen.
Die Kommunikation mit Depressiven ist für Angehörige und Freunde sehr schwierig, da man oft nicht weiß, wie man damit umgehen soll. Häufig wird versucht, durch Kontrolle den Kranken zu beherrschen, dies ist eine Schutzreaktion, die aber dem Kranken nicht weiter hilft und führt zu Spannungen.


















