Piero Molinari
Bild: Piero Molinari
Meiner Erfahrung nach sind unverarbeitete Trauererlebnisse des Lebens verantwortlich für u.a. Ängste und Depressionen
In meinen Sitzungen und Kursen werden Trauer- und Verlusterlebnisse wenn nötig, angesehen und begleitet....
Wenn Dir jemand erzählt,
dass die Seele mit dem Körper
zusammen vergeht und dass das,
was einmal tot ist,
niemals wiederkommt, so sage ihm:
Die Blume geht zugrunde,
aber der Same bleibt zurück
und liegt vor uns, geheimnisvoll,
wie die Ewigkeit des Lebens."
(Khalil Gibran)
Danke an Frau Mag. Kreutzer, Hospizbewegung Kärnten für die wertvolle Arbeit und Schulung. Auch Teile der nachfolgenden Inhalte sind aus dem Schulungsprogramm von Mag. Renate Kreutzer übernommen.
"Selbst ratlos sein
und doch viele beraten können
Selbst gebrochen sein
Und doch vielen als Halt dienen
Selbst Angst haben
Und doch Vertrauen ausstrahlen
Das alles ist Mensch sein,
ist wirkliches Leben... (Gutl, M)
Jeder Mensch macht im Laufe seines Lebens Erfahrungen die schmerzhaft sind, die Enttäuschungen mit sich bringen, Verlust bedeuten oder Trennung.
Die Möglichkeiten, auf diese Lebenssituation zu reagieren sind unterschiedlich, doch ist es bei allen ein gleiches Grundgefühl: die Trauer
Trauer ist die Antwort des Herzens auf jeden tiefen Verlust
Trauer ist etwas, das jeder in sich trägt. Alte Trauer, neue Trauer... Kindheitstrauer, Verlusttrauer, und viele Schichten der Trauer. In unserer Kultur wird die Trauer abgelehnt, verdrängt und so gut wie möglich weggesteckt. Diese jedoch wirkt weiter im System... auch wenn nicht bewusst... so blockiert sie und installiert neue Verhaltensweisen die uns blockieren... oft sie kommt in anderer Form zurück:
Jede Trauer ist anders: sie kann sich in Wut verwandeln, in Aggressionen, in Schweigen, sogar in körperliche Beschwerden (Müdigkeit, Leere, Herzklopfen, Herzrytmusstörungen, Kurzatmigkeit, verändertes Zeitempfinden)
Depressionen, Ängste u.a.
Alte Trauer anzuschauen, die Schublade der Trauer aufzumachen in geschütztem, geführten Rahmen ist unter anderem meine Arbeit....
Wir leiden ein lebenlang unter Trauer- und Verlustthemen; nicht nur durch Verlust eines Menschen durch Tod...Beziehungen sterben.....selbst erlebt man im Laufe unseres heutigen Lebens viele kleine Tode.... wer nicht trauert.... traut sich nicht leben....
Nach meiner jahrelangen Erfahrung bei Beratungen mit Menschen, waren Ängste, Depressionen, nicht funktionierende Partnerschaften ua. nur die sichtbaren Sitationen/Erlebnisse im Jetzt - dem liegt sehr oft unverarbeitete Trauer aus der Vergangenheit zugrunde........
Es braucht bis zu 5 Jahren - je nach Schwere des Erlebnisses - um Trauer aufzuarbeiten
Das schlimmste Trauerjahr gilt als das 2. Hier wird es realer, dass nicht nur der Mensch nicht mehr da ist, sondern auch die vielen Erlebnisse - mit ihm - gestorben sind
Der Weg durch die Trauer bis zu einem neuen Gleichgewicht dauert bei den meisten Menschen zwischen drei Monaten bis zu fünf Jahren. Traueraufarbeitung betrifft nicht nur Verluste durch Tod, sondern auch Verluste von Lebenden... Menschen und Situationen.....
ACHTUNG!!!!
Es kommt sehr häufig vor, dass Menschen in einen der Trauerphasen stecken bleiben. In solch einem Fall ist eine Inanspruchnahme von Hilfe im Außen von Dringlichkeit! Es ist erfahrungsgemäß in oft nur wenigen Sitzungen gemacht, dass die Energie wieder in Fluss kommt und man die Trauerarbeit vollenden, Ihr Leben wieder ungehindert weitergehen kann...
Auch wenn die Zeit weitergeht.... so tauchen oft nach vielen Jahren unverarbeitete Verlust- und Trauerthemen auf
Wir durchlaufen die einzelnen Phasen meist automatisch, ohne bewusstes Zutun. Aber es sind Ihnen sicher auch schon Menschen begegnet, die nur in der Vergangenheit gelebt haben. Ständig von der Vergangenheit, von Verstorbenen, oder ihrem ehemaligen Lebenspartner reden. So häufig und intensiv, sodass eine neue Beziehung/Lebensgemeinschaft/Liebesbeziehungüberhaupt nicht möglich ist. Andere wiederum verbringen den Rest ihres Lebens damit, mit ihrem Los zu hadern: "Warum musste das mir passieren!", werden verhärmt, zornig, gar böse aufs Leben. Einige Menschen drücken ihre Trauer nicht aus, sondern unterdrücken sie mit Beruhigungstabletten oder Alkohol, andere reagieren mit psychosomatischen Beschwerden, nicht wenige werden einfach krank. Die Zeit alleine ist also keine Trauerhilfe und sie erleichtert die Trauerarbeit nicht
Medikamente nehmen?
Trauer schmerzt, nicht nur psychisch, sondern auch physisch, so dass Trauernde unter Kopfschmerzen, Brustschmerzen, Magenschmerzen oder Brechreiz leiden können. Man ist häufig "krank vor Trauer und Schmerz". Viele Trauernde fragen sich deshalb, ob es sinnvoll sei Medikamente zu nehmen.
Bei Trauernden stellen sich häufig Veränderungen im Appetit- und Schlafverhalten ein. Sie können möglicherweise überhaupt nicht mehr schlafen oder stellen umgekehrt fest, dass sie nur noch schlafen möchten. Ebenso kann es sein, dass sie jeden Appetit verloren haben oder auch mehr als gewöhnlich essen. Beruhigungs- und Schlaftabletten sollten Sie in Absprache mit Ihrem Arzt nehmen, bzw. Homöopathische Mittel zu sich nehmen, auch diese nicht mehr als 4 Wochen.
Die Einnahme von Medikamenten ist sicherlich mit Vorsicht zu empfehlen. Leichtere Medikamente (z.B. Aspirin, Baldriantropfen) können ohne Bedenken eingenommen werden. Vielfach helfen auch Entspannungsübungen, körperliche Bewegung und eine basische Ernährung, einige der physischen Belastungen zu lindern. Gespräche mit anderen Personen helfen, die psychischen Schmerzen zu verarbeiten.
Gehen Sie zu Ihrem Arzt und bei Verordnung von Psychopharmaka sollten Sie nach Monaten/Jahren nicht vergessen, die Notwendigkeit der Einnahme auch wieder zu prüfen!!!!
Verlust des Partners durch Trennung/Scheidung:
Hier gilt ebenso der Durchlauf der Trauer-Arbeit der Trauerphasen.
Trauer bei Kindern durch Verlust eines Elternteils durch Trennung oder Tod:
Unverarbeitete Trauer bei Kindern durch Fehlen eines Elternteiles wirkt sich meist in Ängsten aus, Panikattacken, Schlafstörungen, Einschlafstörungen, Nägelkauen, Aggressivität, Nervosität und ganz häufig späteres Suchtverhalten (sehr gefährdete Jugendliche), im schlimmsten Fall sogar Suizid-Gefährdung. Nicht selten sind Schuldgefühle mit bei. Oft nicht gleich, jedoch später im Leben zeigen sich vermehrt Unsicherheiten mit Problemlösungen, Standhaftigkeiten etc. Es wird dringend geraten mit Kindern in Trauer-Aufarbeitung zu gehen, um den schweren Rucksack nicht ein Leben lang mitzutragen, Sie können Ihnen helfen, frei zu sein für ihr Leben
Behinderte Kinder/Menschen haben einen verlangsamten Trauerprozess!
Mit Kindern trauern
Eltern und Erwachsene fühlen sich oft hilflos, wenn sie mit trauernden Kindern
konfrontiert sind. Sie reden sich sogar ein, dass Kinder leicht abzulenken sind, schnell vergessen und dass man ihnen die Trauer auch ausreden kann.
Dem ist nicht so. Kinder trauern anders als Erwachsene. Vor allem aber weinen sie nicht immer dann, wenn es von ihnen "erwartet" wird. Das heißt: Sie wollen in den Momenten traurig sein dürfen, die sie für richtig halten.
Kindliche Trauer ist schubhaft, wie bei Erwachsene. Und stößt bei "unaufgeklärten" Menschen nicht immer auf Verständnis. Kinder haben auch in jeder Altersphase andere Vorstellungen vom Tod und definieren ihn anders. Es ist besonders wichtig, dass man sich mit dem Thema Sterben, Tod und kindliche Trauer auseinander setzt. Vorarbeiten in diesem Thema kann man nicht, leider ist es etwas, das unverhofft eintritt, egal in welchem Alter, es ist immer schwer.
Wer Kindern vom Tod erzählen will und sie in ihrer Trauer unterstützen möchte, muss selber trauern können. Vielen Eltern und Erwachsenen fehlt jedoch der Mut dazu. Eltern möchten ihre Kinder vor traurigen Gefühlen schützen und merken dabei nicht, dass sie mit ihrem versteckten Kummer unglaubwürdig wirken. Meist ist es nur ein Ausweichen vor dem „Eigenen“. Wenn wir mal gelernt haben, mit Trauer umzugehen, sie zu durchleben, ist es gar nicht mehr solch ein Schreckgespenst.
Kinder spüren sehr genau, was um sie herum geschieht. Gleichgültig, ob sie bereits begreifen können, was "endgültig" bedeutet: Sie werden den Verlust und die Trauer realisieren. Der Verlust eines Menschen wird von jedem Kind anders wahrgenommen. Hierbei spielt neben dem Alter vor allem die Beziehung zur verstorbenen Person eine zentrale Rolle.
Entscheidend sind auch die Umstände, wie jemand gestorben ist. Oder anders ausgedrückt: Es ist etwas anderes, wenn ein alter Mensch stirbt, der schon lange Zeit schwach und krank war, oder der Tod einen Menschen mitten aus dem aktiven Leben reißt. Unserer Erfahrung nach, ist das Gespräch über den Himmel, Gott und den Engeln noch immer hilfreich gewesen. Kinder verstehen Bilder, wenn auch nicht immer den Sinn der Worte… und das wichtigste ist eben, dass das Kind 1:1 spürt, wie der Erzähler fühlt beim Erzählen…. Voll Erstaunen stellten wir auch fest, dass Kinder dann mit einer Selbstverständlichkeit zum nächsten Spiel übergehen und Himmel spielen…. wir können von Kinder viel lernen…
So reagieren Kinder
Die Züricher Psychotherapeutin Hanna Wintsch fasst das kindliche Verständnis vom Tod folgendermaßen zusammen:
Neun Monate bis ein Jahr: Ist ein Kleinkind in dieser Zeit mit einem Verlust konfrontiert, erfährt es ihn durch die traurige Stimmung und die Gefühle der Eltern.
Ein bis zweieinhalb Jahre: Die Beobachtungen von belebt/unbelebt werden auf Pflanzen und Tiere ausgedehnt und weiter differenziert. Tod sein wird als Analogie zu Schlafen, Trennung oder Reise empfunden. Die Redewendung "Er ist entschlafen" kann deshalb bei Kindern Ängste vor dem Einschlafen auslösen.
Zweieinhalb bis drei Jahre: Kinder können die Endgültigkeit des Todes noch nicht erfassen. In Rollenspielen, wenn sie etwa einen Verkehrsunfall inszenieren, sagen sie in diesem Alter häufig; "Du bist jetzt schnell tot und dann aber gleich wieder lebendig." Dreijährige Kinder, die den Verlust einer engen Bezugsperson erleben, haben manchmal bereits klare Vorstellungen vom Tod.
Drei bis fünf Jahre: In dieser Lebensphase heißt tot sein für die Kinder reduziertes Leben. Die Todesursache suchen sie vorwiegend in äußeren Faktoren wie Unfall und Gewalt. Körperliche Krankheiten werden noch nicht als Todesursache erkannt.
Fünf bis acht Jahre: In diesem Zeitraum erfasst das Kind den Tod zuweilen als etwas Endgültiges. Manchmal wird der Tod personifiziert. Es besteht auch die Vorstellung, dass die Verstorbenen wieder zurückkommen.
Ab neun Jahren: Ab diesem Alter verfügen die meisten Kinder (wenn sie gesund sind) über eine genaue Vorstellung von der Endgültigkeit des Todes und reagieren oft ängstlich bzw. wie vorhin beschrieben.
Hilfe für Eltern
Trauer ist wichtig, auch wenn sie schmerzvoll ist. Trauernde Kinder brauchen deshalb viel Zuwendung, Anteilnahme und Körperkontakt.
Nicht nur die Trauer um eine enge Vertrauensperson, sondern auch die Trauer um ein verstorbenes Haustier soll ernst genommen werden, notfalls wenn es für das Kind wichtig ist, ein Tierbegräbnis im Hausgarten oder wo es möglich oder passend empfunden wird, gemacht werden sollte.
Begräbnis
Kinder sollen Abschied nehmen können. Man kann es ihnen zumuten. Meist gehen sie leichter damit um als wir selbst. Wichtig ist, dass Kinder auf das Begräbnis vorbereitet werden. Erklären Sie genau, was sich hiebei geschieht und Abschiede wichtig sind. Erzählen Sie auch, dass an Beerdigungen oft geweint wird und dass auch die Kinder weinen dürfen. Jeder Mensch geht anders mit Trauer um. Jemand der nicht weint ist sicher nicht weniger traurig, als der der es äußern kann. Es ist ein Abschiedsritual. Erklären Sie dem Kind, dass der Tod und das Ritual der Verabschiedung in fremden Kulturen anders praktiziert werden. Dass man in manchen Ländern weiß und bunte Farben trägt. Beten, Tanzen, Singen praktiziert wird.
Wenn wir unseren Kindern erzählen, dass der Tod nichts anderes ist, als ein Übergang in ein neues Leben, eine neue Seins-Form, verstehen sie das. Schwarz ist die Farbe des Schutzes.
Rituale
Die meisten Kinder denken oft noch lange an Verstorbene, deshalb sind Rituale wichtig:
* Liebevoll über die verstorbene Person sprechen
* Ein Liedchen singen, das an fröhliche Zeiten erinnert
* Erinnerungsgegenstände nicht wegschließen, wenn Kinder solche haben
* Eine Kerze zum Gedenken anzünden
* Das Grab besuchen und Blumen gießen
* Gute Gedanken zu jeder Tageszeit
* Ins Nachtgebet einschließen
Machen Sie eine Lichtstraße zur Erlösung der Seele und für ihr Loslassen:
Sie bitten Andon und seine Elohim, Jesus Christus zur Unterstützung
Sie bitten, dass eine Straße aus Licht von Ihnen im Raum hinauf in den Himmel führt. Sie bitten die Seele, dass Sie Ihnen zuhört. Ihnen vertraut sie, uns Menschen vertrauen sie. Erklären Sie der Seele, dass ihr Auftrag hier auf der Erde momentan zu Ende ist. Sagen Sie ihr, dass egal was Sie auch getan hat, oder nicht getan hat im Leben (oftmals wollen Seelen deswegen nicht gehen, da sie glauben, es nicht verdienen in den Himmel zu kommen), dass sie auf die Lichtstraße gehen soll. Dort oben kann sie sich ausruhen, solange sie möchte, da kann sie alle anderen Verstorbenen, die sie liebt wiederhaben/treffen, da bekommt sie einen neuen Körper, wenn sie will. Dort wird ihr alles verziehen, was es zu verzeihen gibt, da gibt es nur Friede, Licht und Liebe. Hier auf Erden ist der Auftrag nun zu Ende. Ihr Platz ist jetzt nicht mehr hier, sondern dort. Andon und seine Elohims, Jesus, Mutter Maria, was auch immer diese Seele am besten annehmen kann, stellen sie dazu, dass sie endlich loslassen kann….
Es wird nicht lange dauern und sie wird dankbar, lächelnd und liebend in Frieden gehen können und auch für Sie ist es wichtig, loszulassen, dass die Seele gehen kann…Festhalten hat mit aufrichtigem Trauern nichts zu tun
Gefühlszustände in den Trauerphasen
Gemäß Elisabeth Kübler-Ross, eine der bekanntesten Sterbeforscherinnen, können fünf Phasen für den Prozess des Sterbens und der Trauer unterschieden werden:
* Leugnen,
* Schuldgefühle,
* Wut,
* Feilschen und Verhandeln,
* Depression und
* Annahme
Andere Autoren beziehen noch die Phasen der Desorganisation, Schuldgefühle und der Angst mit ein.
Leugnen
"Nicht ich, das kann unmöglich mir passieren".
Bezeichnend für die Phase des Leugnens sind Schockgefühle, Unglaube, Starre und Betäubung. Das Leugnen schützt den Trauernden vorübergehend, bis er soweit ist, dass er sich dem Verlust stellen kann. Auf der einen Ebene weiß er, dass eine ihm nahestehende Person verstorben ist, aber auf der anderen Ebene ist er noch nicht bereit, dieses zu akzeptieren.
Man sollte nicht versuchen, diese Phase allzu schnell hinter sich zu bringen. Leugnen ist ein natürliches Phänomen. Trauernde lassen das Leugnen ganz von selbst sein, wenn sie soweit sind. Falls dies selbst nach einigen Wochen nicht der Fall ist, sollte ein Berater zu Hilfe gezogen werden.
Wut
"Warum ausgerechnet ich?""Warum ich?" oder "Warum mein Mann / meine Frau / mein Kind?" sind Fragen die sich Trauernde, meist mit großer Wut, stellen. Vorwürfe an Ärzte sind ebenfalls sehr häufig (Wieso konnte meine geliebte Person nicht "gerettet" werden?).
Je nach Todesart (Flugzeugabsturz, Attentat, Krankheit, Krieg, Unfall, Fremdeinwirkung) richtet sich diese Wut auch an "Gott" oder Dritte.
Wutgefühle können den Hinterbliebenen helfen, sich von den Schmerzen zu erholen. Die Wut zu unterdrücken kann zu Depressionen und Feindseligkeiten führen. Trauernde sollten sich bemühen, ihre Wut auf gesunde Weise zu äußern - darüber reden, einschlagen auf ein Kissen oder die Wut in Bewegungsenergie durch Spaziergänge oder andere sportliche Aktivitäten umsetzen – der Aufenthalt in der Natur wird sehr empfohlen.
Schuldgefühle
"Warum habe ich nicht...?" oder "Hätte ich doch nur..." sind quälende Fragen und Vorwürfe, die man sich nach dem Verlust einer Person oft stellt. Hinter dem "nicht-annehmen-können" des Todes und der Trennung in einer Partnerschaft steckt unter anderem meist auch der Wunsch, noch einmal eine Chance mit dem geliebten Menschen zu bekommen. Manchmal ist es jedoch leichter, sich selbst Vorwürfe zu machen, als zu akzeptieren, dass der Tod/Verlust (durch Trennung) ein Teil des Lebens ist.
In speziellen Fällen, z.B. bei einem Autounfall, ist es natürlich wirklich so, dass ein Hinterbliebener Schuld am Tod eines geliebten Menschen hat. Es kann unter solchen Umständen sehr lange dauern, bis man mit sich selber Frieden schließen kann. Versuchen Sie, Ihre Schuld zu überprüfen und wirkliche Schuld von falscher Schuld zu unterscheiden. Gespräche mit Angehörigen, Freunden und Bekannten und allenfalls mit Beratern helfen Ihnen, diese Gefühle zu verstehen und zu verarbeiten.
Feilschen und Verhandeln, Hadern mit Gott
Es kommt vor, dass Trauernde darum beten, dass der Verstorbene nicht wirklich gestorben ist. Sie sehnen sich so sehr nach dem geliebten Menschen, dass sie bitten, er möge zu ihnen zurückkommen. Auch wenn es irrational erscheint, über das Zurückkehren eines Verstorbenen verhandeln zu wollen, kann dies ein normaler Bestandteil des Heilungsprozesses sein.
Angst
Angst ist ein normaler Bestandteil des Trauerprozesses. Der Tod ist so allüberragend im Bewusstsein, dass alle Gefahren der Welt über einen hereinzubrechen scheinen. Es kann zur Besessenheit werden, dass der Trauernde nur noch sieht und hört, auf welche Weise man sterben kann. Man selbst plötzlich bei den banalsten Dingen im Leben Angst verspürt, oder der sichere Autofahrer plötzlich bei Tempo 30 km/h schon Angst vor dem Sterben verspürt. All dies ist möglich, sollte Ihnen jedoch lediglich sagen, dass dies Teile der Trauerbewältigung sind.
Trauernde Menschen können vorübergehend außerstande sein, zwischen realistischen und unrealistischen Ängsten zu unterscheiden. Sie können Angst haben, sich die Krankheit zuzuziehen, an der ihre Lieben gestorben sind. Oder sie haben Angst, in ein Auto oder eine Fähre zu steigen, weil ihre Lieben damit bei einem Unfall ums Leben kamen. Es gibt natürlich auch realistische Ängste, die Angst vor einer Erbkrankheit, vor AIDS etc.
Für Personen, die sich von ihrer Angst überwältigt fühlen, kann es hilfreich und ratsam sein, mit anderen Trauernden, Trauerberatern oder wenn es Sie beruhig, mit religiösen Beratern zu sprechen.
Depression
"Das Spiel ist aus.."
Trauernde können durch die anscheinend hoffnungslose Situation des Verlustes in ein tiefes "psychisches Loch", eine
Depression, fallen. Sie äußert sich meist in Form von Hoffnungslosigkeit, Trägheit, Apathie, Isolation und Traurigkeit. Vielfach fehlt dem Trauernden selbst für Aktivitäten, die ihm zuvor Freude gemacht haben, jegliches Interesse.
Eine Trauerdepression ist, auch wenn es vielleicht nicht so aussieht, vorübergehender Natur. Die Dauer solcher Depressionen ist von Person zu Person verschieden. Es ist durchaus normal, dass die Betroffenen sich monatelang depressiv und niedergeschlagen fühlen.
Versuchen Sie Licht am anderen Ende des Tunnels zu sehen. Es gibt hierfür sehr viele verschiedene Mittel und Methoden, die in vielen Büchern zum Thema Depressionen vorgestellt werden. Lassen Sie sich ruhig Zeit, diese Phase zu verarbeiten.
Der Unterschied zwischen Trauer und Depression:
Die Trauer ist begründet. Die Depression ist oft auch unbegründet
Die Trauer ist begrenzt in der Zeit. Die Depression nicht
Sie wird mit der Zeit leichter. Die Depression bleibt gleich, wird sogar stärker
Depression ist die Volkskrankheit Nr. 1. Energetisch gesagt, steckt die Lebensenergie, der Lebensfluss. Jeder Mensch erlebt erwiesenermaßen im Laufe seines Lebens Phasen der Depression. Dies gehört anscheinend zum „Menschsein.“ Wenn man sich in der Phase einer Depression befindet, treten gleichzeitig auch Ängste auf, man müsse sein restliches Leben in diesem Emotionalzustand verbringen. Nicht selten greift man zu Psychopharmaka und/oder zieht sich aus dem sozialen Umfeld zurück und im außen gilt man dann als: „die ist ja komisch geworden“, oder „irgendwas hat die…“
Auch hier gilt es einfach, etwas
„Unverarbeitetes“ (denn das ist es IMMER) ins Bewusstsein zu bringen.
Akzeptanz
"Es ist gut so"
Nach großer Verzweiflung und vielen Kämpfen akzeptieren Trauernde schließlich die Realität des Todes/den Verlust eines Partners/eines geliebten Menschen, so dass der Heilungsprozess beginnen kann. Es eröffnen sich endlich neue Möglichkeiten - man sieht Licht am Ende des Tunnels. Das Leben sieht nicht mehr düster aus. Es gibt neue Hoffnung.
Der Hinterbliebene/der Zurückgebliebene findet wieder Interesse am Leben. Sie können wieder lachen und ihre Freunde und
Familie wieder mehr genießen. Sie können an den geliebten Verstorbenen/Ex-Partner etc. denken, ohne von Traurigkeit überwältigt zu werden und sie haben sogar das Gefühl, durch den Verlust etwas gelernt zu haben, fühlen sich „erwachsener“, „verantwortungsbewusster“. Viele wenden sich neuen Interessensgebieten zu (wohltätige Arbeiten, neue Hobbies) und werden dankbarer für ihr Leben und das Leben ihrer Lieben.
Mit wem reden?
Sich von einem geliebten Menschen zu verabschieden und den Verlust zu verarbeiten, ist eine der schmerzlichsten Situationen, mit denen wir im Leben konfrontiert werden. Sie sollten keine Scheu haben, ihre Gefühle zuzulassen und zu zeigen.
Nicht jeder hat die Möglichkeit im Familienkreis diese Gespräche zu führen, manche leben abgeschieden, oder sind familiär sowieso alleine. Vielen Betroffenen fällt es einfacher, Rat und Hilfe in anonymen Gruppen zu suchen. Scheuen Sie sich nicht, eine
Einzelsitzung, oder ein Trauer-Bewältigungs-Seminar bei uns mitzumachen.
Wieder arbeiten?
In der ersten Phase nach dem Verlust einer geliebten Person ist es meist sehr schwer, sich im "normalen Arbeitsalltag" wieder zurechtzufinden. Nehmen Sie sich die Auszeit, die Sie brauchen, Ihr Chef, Ihre Kunden, Ihre Kollegen werden Verständnis haben. Oder Sie stürzen sich mit noch mehr Energie in die Arbeit, um nicht an den "Verlust denken zu müssen".
Sagen Sie offen, wie Sie behandelt werden möchten im Alltagsleben.
Andere trösten
Neben der eigenen Trauer müssen Sie oft auch nahe Verwandte und Bekannte trösten. Dies ist meist sehr schwierig. Versuchen Sie in Gesprächen Trost und Anteilnahme zu spenden. Oft hilft auch das Zuhören - Trauernde wollen vielfach auch eine Ansprechperson haben um Ihre innersten Gefühle auszusprechen.
Bedenken Sie auch die oben erwähnten Phasen der Trauer, die Ihnen beim Trösten anderer helfen können.Schweigend dazusein ist oft der beste Trost als Redeschwall und gute Ratschläge...
Die Trauer um sich selbst – seine Kindheit – vergangenen Erlebnissen
Man kann oft im Erwachsenen Alter gar nicht vollkommen mit allem Potenzial leben, da einem die Vergangenheit immer und immer wieder einholt. Ich nenne dies "Rückernährer". Wenn man die Erlebnisse und Gefühle ständig an Erlebnisse der Vergangenheit knüpft. Mit seiner Aufmerksamkeit und Energie sich mehr in vergangenen Zeiten aufhält, zeigt sich wieder das Merkmal von Trauma. Es ist jedoch ganz leicht, jedes Traumata aufzuarbeiten, in dem man mit Hilfe von Außen bereit ist, allen alten Ballast nun abzuwerfen (so geht es zumindest schneller und leichter, den Rest bietet uns das Leben in Form von Situationen als Lernprozess).
Wir werden lernen zu "ruhen"...








