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16 Lebensmotive...

Steven Reiss begann seine außerordentlich umfangreiche empirische Arbeit über die Motive menschlichen Verhaltens Mitte der 90er Jahre. Zusammen mit der Psychologin Susan Haverkamp erfasste er dabei etwa 400 unterschiedliche Ziele, die in einer bis 1998 dauernden ersten Forschungsphase 15 grundlegenden Motiven zugeordnet werden konnten.

In der zweiten Stufe wurden diese 15 Motive mit über 3500 Versuchsteilnehmern in den USA, Kanada und Japan auf Vollständigkeit und kulturübergreifende Allgemeingültigkeit überprüft. Dabei fanden die Psychologen schließlich noch ein weiteres Motiv: Sparen.


Die Motive bestimmen unser Verhalten intrinsisch, das heißt, sie auszuleben ist schon ihr Zweck. Reiss weist ausdrücklich auf den wichtigen Unterschied zwischen Mittel und Zweck unseres Verhaltens hin: Jedes einzelne Lebensmotiv kann zwar auch Mittel sein, um andere Werte und Interessen zu erfüllen – Sexualität im Dienste der Macht oder Loyalität im Dienste von Status und so weiter. Jedoch gibt es neben diesen 16 Grundmotiven kein weiteres „Verhaltensmittel“, das als Selbstzweck dienen könnte und




Wertetyrannei:

Darunter versteht Reiss den unguten (Dauer-)Versuch, die anderen mehr oder minder nachdrücklich überreden, überzeugen oder sonst wie „hinbiegen“ zu wollen, ihre „falschen“ Lebensprämissen aufzugeben. Ob Eltern den Berufswunsch ihres Kindes, Partner die Hobbys ihres Gefährten oder Teammitglieder den Arbeitsstil des Kollegen nicht akzeptieren – in diesen und vielen anderen Fällen wird die Wertetyrannei früher oder später jede Beziehung ruinieren.



Ihre Individualität trennt die Menschen gewissermaßen wie eine Mauer: Wann immer zwei Menschen einem Wert sehr unterschiedliche Prioritäten zuordnen, können sie kaum verstehen, warum der andere anders denkt, fühlt und handelt. Je mehr man aber in solchen Eigenperspektiven verfangen ist, desto größer wird die Gefahr, eigene Motive – „Was für mich gut ist, ist es auch für andere“ – auf Partner, Freunde oder Kollegen zu projizieren. So entstehen viele Missverständnisse und Konflikte. Reiss unterscheidet drei Aspekte der Selbstbezogenheit:Missverstehen: Konfusion entsteht, weil man nicht glauben kann, dass sich andere wirklich anders verhalten – warum der Workaholic immer arbeitet oder der Introvertierte sich nicht für gesellige Veranstaltungen begeistern kann. Selbstillusion: Man geht wie selbstverständlich davon aus, dass man selbst die besten, vernünftigsten, edelsten Werte und Motive hat und diese auch für die anderen gelten.




Die 16 Lebensmotive umfassen im Wesentlichen folgende Verhaltensziele:

Macht
Streben nach Erfolg, Leistung, Führung und Einfluss

Unabhängigkeit
Streben nach Freiheit, Selbstgenügsamkeit und Autarkie

Neugier
Streben nach Wissen und Wahrheit

Anerkennung
Streben nach sozialer Akzeptanz, Zugehörigkeit und positivem Selbstwert

Ordnung
Streben nach Stabilität, Klarheit und guter Organisation

Sparen
Streben nach Anhäufung materieller Güter und Eigentum

Ehre
Streben nach Loyalität und moralischer, charakterlicher Integrität



Idealismus

Streben nach sozialer Gerechtigkeit und Fairness

Beziehungen
Streben nach Freundschaft, Freude und Humor

Familie
Streben nach einem Familienleben und besonders danach, eigene Kinder zu erziehen

Status
Streben nach social standing, nach Reichtum, Titeln und öffentlicher Aufmerksamkeit

Rache
Streben nach Konkurrenz, Kampf, Aggressivität und Vergeltung

Romantik
Streben nach einem erotischen Leben,Sexualität und Schönheit

Ernährung
Streben nach Essen und Nahrung

Körperliche Aktivität
Streben nach Fitness und Bewegung

Ruhe
Streben nach Entspannung und emotionaler Sicherheit


Was versteht man unter Selbstachtung:

Viele von uns leiden darunter, dass es uns an Selbstachtung fehlt. Es fällt uns schwer, uns selbst zu lieben, weil wir ja all diese sogenannten Fehler haben, die es uns anscheinend unmöglich machen und so anzunehmen wie wir sind!

Meistens knüpfen wir unsere Liebe zu uns selbst an Bedingungen (wenn ich 10 kg weniger hätte, könnte ich mich lieben, oder wenn ich endlich mit dem rauchen aufhöre, ja dann kann ich mich endlich akzeptieren, usw.). Und so machen wir unsere Liebe zu anderen Menschen auch von Bedingungen abhängig. Wir können aber andere Menschen nicht wirklich lieben, wenn wir uns selbst nicht lieben und akzeptieren (siehe Arbeit mit dem inneren Kind).

Menschen, die eine schwierige Kindheit hinter sich haben, sind meist sehr Verantwortungsbewusst und urteilen äußerst kritisch und hart über sich selbst. Sie haben in der Kindheit häufig Botschaften gehört, in der die Essenz von „mit Dir stimmt etwas nicht“ mitschwingt. Dies zeigt sich auch in der Art, wie man sich selbst tadelt und niedermacht, wenn einem ein Fehler unterläuft. Häufig werden sogar die gleichen Wörter benutzt, die einem als Kind schon an den Kopf geworfen wurden – z.B. dumm, nichtsnutzig, hässlich, wertlos, schlampig, schmutzig etc.

Es ist von größter Wichtigkeit, die Selbstachtung zu entwickeln, denn wenn man sich selbst wertlos fühlt, wird man sich immer wieder Lebensumstände schaffen, die diesem Selbstbild entsprechen. Man macht sich ständig selbst nieder, ist unbarmherzig zu sich selbst, missbraucht den Körper durch Alkohol, Drogen, Fressattacken, oder lässt sich aus mangelnder Selbstachtung von anderen auf körperlich, geistig, emotionale oder seelische Weise missbrauchen.
Dass dieses Verhalten auf Dauer zu Krankheit, Depression, Frust, Lebensangst etc. führt ist einleuchtend.


Im Selbstachtungs-Workshop wollen wir folgende Themen behandeln:

*
Wie sehe ich mich selbst?
* Welche hinderlichen Glaubenssätze habe ich über mich selbst?
* Was hindert mich daran, mich selbst anzunehmen?
* Welche Botschaften haben mir meine Eltern über mich selbst mitgegeben?
* Transformation von hemmenden Glaubenssätzen
* Geführte MeditationenArbeiten mit dem kosmischen Vater und der kosmischen Mutter
* „Spiegelarbeit“ – das eigene Spiegelbild annehmen können




Auswirkungen von mangelnder Selbstachtung:

Jeder Mensch hat Schwächen, wir alle machen Fehler und das ist auch vollkommen in Ordnung. Wir sollten nur unbedingt damit aufhören, uns ständig dafür zu kritisieren. Wenn wir uns selbst sagen, dass wir in Ordnung sind, genau so wie wir sind, dann fällt das Leben um vieles leichter, auch fällt es leichter, sein Leben zu ändern. Wir geraten erst in Schwierigkeiten, wenn wir uns selbst schlecht machen und uns herabsetzen.

Wie viele können sich im Spiegel in die Augen sehen und zu sich selbst sagen „ich liebe mich, genau so wie ich bin“. Versuchen Sie es einmal!!
Den meisten fällt dies schwer und es werden Gedanken und Gefühle auftauchen wie „ich kann mich ja nicht lieben, weil optisch dies und jenes nicht passt, oder weil ich dies und jenes noch nicht kann, oder weil ich dies und jenes getan habe“ etc.

Die meisten richten dabei ihre Aufmerksamkeit auf die Dinge, die sie an sich selber stören und somit dreht man sich immer weiter in der Spirale der Selbstkritik.

Wir sollten damit aufhören uns selbst so niederzumachen, auch sollten wir damit aufhören uns ständig Sorgen zu machen. Viele terrorisieren sich mit angsterfüllten Gedanken und machen Situationen dadurch schlimmer als sie sind. Das Leben ist unangenehm, wenn man immer vom schlimmsten ausgeht, ein kleines Problem wird dadurch zu einer unüberwindlichen Hürde.

In Partnerschaften trifft man dieses Verhalten häufig, der Partner verspätet sich, sofort malt man sich aus, dass er eine Affäre hat – da man sich selber für unliebenswürdig hält und man fühlt sich einsam und zurückgewiesen.

Oder im Job macht der Chef eine kritische Bemerkung und sofort befällt einen die Angst, dass man entlassen wird, weil man sich ja für unfähig hält.

Diese und ähnliche Gedanken lähmen uns und machen unsere Lebensfreude zunichte. Ständige Selbstkritik macht Stress und schwächt auf Dauer das Immunsystem!!

In unseren Erfahrungen spiegeln sich Glaubenssätze wider. Aus unseren Erfahrungen können wir unsere Einstellung ablesen. Wenn man z.B. vom Partner ständig kritisiert wird, liegt das vermutlich daran, dass man selbst sehr kritisch ist, wie jener Elternteil, von dem man als Kind kritisiert wurde.

Wir alle haben familiäre Muster und es ist einfach, unseren Eltern und unserer Kindheit die Schuld dafür zu geben. Aber mit dieser Einstellung bleiben wir ewig Opfer. Dies heißt nicht, dass wir alles gutheißen sollen, was uns in der Kindheit widerfahren ist, es heißt, wir sollen die Wunden der Vergangenheit heilen, sie akzeptieren und uns somit davon lösen.

Wenn wir Groll und ungeheilte Verletzungen aus der Vergangenheit mit uns herumschleppen sind wir daran emotional gebunden und unfrei. Sie bestimmen und leiten uns unbewusst und sie bestimmen unsere Erfahrungen. Also ist es wichtig für unser Wohlbefinden, mit der Heilungsarbeit zu beginnen.