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Was sind Archetypen?


Das Wort Archetypus stammt aus dem griechischen und bedeutet „Urbild“. In der Psychologie ist damit eine unbewusste Energie gemeint, die aber in symbolischen Bildern z.B. Träumen, Meditationen, Mythen, Märchen, etc. erfahrbar ist. Dieses Konzept geht auf den bekannten Psychiater und Tiefenpsychologen Carl Gustav Jung zurück.

C.G. Jung sind die vielen Ähnlichkeiten in den Träumen, Phantasien und Bildern bei Geisteskranken aufgefallen, die aber unmöglich miteinander Kontakt haben konnten.

Ein Erlebnis mit einem psychiatrischen Patienten gilt als prägend. Dieser soll C.G. Jung einmal aufgefordert haben, in die Sonne zu blinzeln und dabei den Kopf zu drehen. Als Jung ihn fragt, was er denn dort beobachte, antwortete er: „Der Sonnenpenis – wenn ich meinen Kopf hin- und herbewege, so bewegt er sich ebenfalls und das ist der Ursprung des Windes“. Für C.G. Jung war dies lediglich ein Hirngespinst, aber er zeichnet sich das Bild auf.

Vier Jahre später entdeckte. Jung in einem neu veröffentlichten Buch etwas über den Mithras-Kult. Darin wurde eine Röhre erwähnt, die vom Antlitz der Sonne herabgelassen wird und den Ursprung des Windes darstellt.
Das Verblüffende daran ist nicht nur die Übereinstimmung mit den Aussagen des Patienten, sondern die Tatsache, dass das Buch zum Zeitpunkt, als der Patient diese Aussage machte, noch nicht veröffentlicht war. Der Patient war nie gereist, hatte eine Volksschulbildung und konnte auch nicht durch Bücher etc. zu seinem Bild gekommen sein.

Jung begann danach Träume von Kindern und Patienten, die über kein kulturhistorisches Wissen verfügten, genauer zu betrachten und fand ähnliche Parallelen zu Märchen-, Mythen- und Sagengestalten.


Dies veranlasste ihn, die Mythen verschiedener Völker genauer zu studieren und erkannte viele ähnliche Motive, die jedoch nicht durch Berührung und Vermischen der Kulturen entstanden sind, sondern durch generelle, im menschlichen Unbewussten verankerte Prädispositionen, die er als Archetypen bezeichnete: „Strombetten, in denen sich das seelische Erleben der Menschheit seit eh und je bewegt“.


Ein Kind kommt ja auch nicht als „unbeschriebenes Blatt“ auf die Welt, sondern bringt ja schon bestimmte Charaktereigenschaften, Veranlagungen, Instinkte etc. mit. Für Jung stellte sich die Frage, ob es dann nicht im geistigen Bereich auch vererbte Vorformen geben könnte.

Wie immer man diese Tatsache beurteilen will, fest steht jedoch, dass in den Mythen, Sagen und Märchen dieser Welt immer wieder ähnliche Bilder und Symbole auftauchen wie z. B. Ungeheuer, Dämonen, Geister, Schutzengeln, Hexen, Drachen, Weise etc. Diese sind zwar der jeweiligen Kultur entsprechend, aber weisen doch eine ähnlich Grundstruktur auf. Für Jung stammen sie aus dem kollektiven Unbewussten und sind älter und umfassender als unser rationales Denken.

Da diese archaischen Energien nicht unter unserer bewussten Kontrolle stehen, neigen wir dazu diese zu fürchten und durch Verdrängung ihre Existenz zu verleugnen.
Der Nutzen daraus ist, das Erbe des Archaischen zu erkennen, um nicht von ihm unkontrolliert überwältigt zu werden. Weiters sieht Jung in den Archetypen ein schöpferisches Potenzial, das von jedem einzelnen kreativ genutzt werden kann.

Es gibt eine begrenzte Anzahl von Archetypen, die aber in einer unbegrenzten Anzahl von archetypischen Bildern und Ausprägungen in Erscheinung treten können.



Männliche Archetypen (Innerer Mann):

So kommt z. B. der Held als Archetyp in vielen Mythen, Sagen und Märchen vor. Beispielsweise Siegfried, der gegen den Drachen kämpfte, oder Herkules, der tapfer die 12 Aufgaben meisterte. Auch in Filmen wird der Archetypus des Helden immer wieder eingebracht, etwa James Bond, Superman oder Batman, die gegen das Böse kämpfen und am Ende immer als Held gefeiert werden.

Weibliche Archetypen (Innere Frau):

Ein wichtiger weiblicher Archetypus ist die „Grosse Mutter“, für Jung stellt sie eine Abstufung des „Anima-Komplexes“ dar, in dem alle weiblichen Urbilder enthalten sind. Die Grosse Mutter steht sinnbildlich für etwas Nährendes, Schützendes, Beherbergendes, aber auch Verschlingendes. Die Grosse Mutter ist ein sehr altes Urbild, das in sämtlichen Kulturen zu finden ist. Sie taucht auch in den Begriffen wie „Mutter Erde“, „Mutter Natur“ auf.


Das Göttliche Kind (Inneres Kind):
Jung entdeckt auch den Archetypus des „göttlichen Kindes“ – das Unschuld, Vitalität, Ganzheit, Lebensfreude und das Verspielte repräsentiert und ebenfalls in vielen Kulturen vorkommt. In seinem Urzustand repräsentiert es das Innere Kind in uns, das aber aufgrund unsere Erfahrungen und Prägungen bei den meisten verletzt oder verdrängt ist. Aber nichts desto trotz ist der Archetypus des „göttlichen Kindes“ in jedem von uns angelegt und für jeden von uns nutzbar.


Auch im Gründungsmythos von Rom kommt das Göttliche Kind in Form von Romulus und Remus vor.

Harry Potter oder Pippi Langstrumpf sind archetypische Verkörperungen des Göttlichen Kindes unserer Zeit.


Der Schatten:


Große Bedeutung misst Jung auch dem Archetypus des „Schattens“ bei. Dieser repräsentiert unverarbeitete, verdrängte und dunkle Seiten in uns. Je mehr wir diese Schattenanteile in uns verleugnen, umso mächtiger drängt diese archaische Energie ins Bewusstsein.

Der Schatten steht für die negativen, sozial unerwünschten und daher unterdrückten Züge einer Persönlichkeit, der in das Unbewusste abgeschoben wird. Seine Entwicklung beginnt bereits in den ersten Lebensjahren durch die Anforderungen, Erwartungen, Ge- und Verbote, die nur einen Teil der Persönlichkeit zur Entfaltung kommen lassen.

In Märchen, Sagen, Mythen und Erzählungen tritt der Archetypus des Schattens häufig als Feind, Rivale, Widersache, Dämon, Schlange, etc. auf. Von dieser Figur geht etwas Bedrohliches oder Furchterregendes aus.

In Werken der Literatur wurde der Archetypus des Schattens oft verarbeitet. Eines der bekanntesten Beispiele ist wohl Dr. Jekyll und Mr. Hyde.

Auch in Märchen kommt die Schattenthematik immer wieder vor. Schneewittchen findet in der bösen Stiefmutter ihren verdrängten Schatten. In Hänsel und Gretel symbolisiert die Hexe, das Böse, Verdrängte und Dunkle.

Selbst in unserer Schöpfungsgeschichte von Adam und Eva symbolisiert die Schlange den Schattenanteil. Die Schlange wird vielfach mit Sexualität assoziiert – ein Bereich, der ja in der christlichen Kultur eine ganz besondere Schattenthematik darstellt!

Jung sieht die Lösung in der Integration des „Schattens“. Integration bedeutet in erster Linie hinsehen - vollkommen ohne Bewertung - und den Schatten als Teil der Gesamtpersönlichkeit zu akzeptieren.


Astrologische Archetypen:

In der Astrologie gibt es 12 Urprinzipien aus denen die Wirklichkeit in all ihren Erscheinungsformen zusammengesetzt ist.
Diese 12 archetypischen Energien sind in jeden von uns wirksamen – in unterschiedlichen Ausprägungen und Abstufungen, diese sind aus dem Geburtshoroskop (Radix) sichtbar.

Die folgende Aufstellung stellt nur einen Überblick über die Urprinzipien dar und soll einen kleinen Einblick in die jeweilige Energie und Symbolik, samt ihres Schattenpotentials, gewähren:



Feuerlauf und Trommeln



BILD MARS Ares / Mars – der Widder-Archetypus:

Gott Ares war Sohn von Zeus und Hera, wurde aber wegen seiner wilden, ungezügelten Art und seiner Leidenschaft für den Kampf von seinen Eltern, aber auch von den meisten Göttern gehasst. Er liebt den Krieg und den Kampf, aber es geht ihm dabei nicht um ein höheres Ziel, sondern nur darum seine Kampfeslust zu befriedigen. Wenn es für ihn von Vorteil ist, wechselt er im Krieg die Seiten. Er ist vom Wesen aufbrausend, gewalttätig und ungestüm.
Venus die Göttin der Liebe und Schönheit beginnt mit Ares eine leidenschaftliche Beziehung, in der es aber auch oft Streit und Eifersucht gibt. Aus dieser Beziehung stammen die Kinder Deimos (der Schrecken) und Phobos (die Furcht), Harmonia, aber auch Eros entstammt dieser Verbindung.

Durch seine aufbrausende Art neigt er zu Kurzschlusshandlungen. Wie etwa als er erfährt, dass ihn Venus mit Adonis betrügt, verwandelt er sich in einen wilden Eber und spießt Adonis vor den Augen von Venus auf.

Seine ungestüme, wilde, leicht erregbare Männlichkeit machen ihn zum Vater einiger Kinder, die ebenfalls fast alle Krieger werden. Selbst seine Tochter Penthesilea wendet sich als Amazonenkönigin dem Kampf zu.

In „modernern“ Gestalten zeigt sich der Widder-Archetypus oft in Action Filmen wie z. B. Terminator, Rambo etc.

Der Widder-Archetypus symbolisiert eine wilde männliche archaische Kraft, ungezügelt, leidenschaftlich, mutig, kräftig, zielgerichtet, ehrlich, geradlinig, willensstark und kompromisslos.

Der Schatten des Widder-Archetypus zeigt sich in verantwortungslosem, blindwütigem, eifersüchtigem, mutwilligem, gewalttätigem und triebgesteuertem Verhalten.



Aphrodite / Venus – der Stier-Archetypus:

Aphrodite die „Schaumgeborene“, die mit ihrer Schönheit alle betört. Aphrodite ist mit Hephaistos verheiratet, sie ist voll Sinneslust und hat auch immer wieder Affären wie beispielsweise mit Ares oder auch Adonis.

Venus werden 2 Tierkreiszeichen zugeordnet – Stier und Waage. Bei der Stier-Venus kommt die sinnliche Körperlichkeit zum Ausdruck. Sie hat jedoch auch eine dunkle Seite, wird sie zuwenig beachtet und bewundert, dann bestraft sie mit Zwietracht, Neid und Eifersucht.

Venus liebt das Angenehme, die schönen Künste und kann durch die Stier-Seite auch den Wert dieser Dinge anerkennen. Sie kann großzügig schenken und auch verzeihen, aber auch besitzergreifend festhalten und bewahren.

In der ägyptischen Mythologie erscheint dieses Urbild in Gestalt von Hathor – sie ist eine Tochter von Gott Re und Göttin Nut und wird als Frauengestalt mit Kuhgehörn abgebildet. Sie ist die Göttin der Freude und Liebe und schenkt die „Milch des Lebens“. Die Hörner symbolisieren auch ihre Beharrlichkeit zu bekommen, was sie sich in den Kopf setzt.

Der Stier-Venus-Archetypus verkörpert die Eigenschaften wie Eigenwert, Abgrenzung, Köpergefühl, Sinnlichkeit, Genussfähigkeit, Wertschätzung, Materielles und Sicherheit.
Der Schatten des Stier-Venus-Archetypus kommt in Form von Sturheit, Besitzdenken, Gier, Faulheit, Verschwendungssucht, Abgrenzungsschwäche und Materialismus zum Ausdruck.



Hermes / Merkur – der Zwilling-Archetypus:

Hermes wurde bei einem Seitensprung von Zeus mit Maia gezeugt. Ihm zueigen ist eine große Schnelligkeit – so reift er innerhalb eines Vormittags vom Säugling zum Knaben. Und als die Mutter sich nur kurz umdreht, gelingt es ihm zu entwischen. Noch am selben Tag hat er sich aus einem Schildkrötenpanzer eine Leier geschnitzt, auf der er sofort spielen konnte. Am Abend seines ersten Lebenstages raubte er dann noch die Rinderherde seines Bruders Apollos. Der Diebstahl wird entdeckt, aber Hermes kann sich so geschickt und charmant verteidigen, dass niemand darüber böse ist.
Zeus ist vom Geschick seines Sohnes so angetan, dass er ihm die Bitte gewährt, ihn zum Boten der Götter zu machen.

Er ist der klassische Vermittler, seine Intelligenz und Auffassungsgabe, sowie seine körperliche Beweglichkeit kommen ihm dabei sehr zugute. Auch ist er sehr geschickt, was er im Bau der Leier und ebenso durch das Beherrschen dieses Instruments unter Beweis stellt.

Bei den germanischen Göttern kann der Götterbotte Hermodhr, auch der „Schnelle“ genannt, dem Zwillings-Archetypus zugeordnet werden.

Aber auch in Hermes Trismegistos (Toth) begegnet man wieder diesem Archetypus. Er ist der Überbringer, Vermittler der universellen Lehren, z.B. „Tabula Smaragdina“ oder die hermetischen Lehren.

Die Eigenschaften des Zwillings-Archetypus sind Schnelligkeit, Heiterkeit, Wendigkeit, Geselligkeit, Vielseitigkeit, Interessiertheit, Vermittlungsgabe und Geschicklichkeit.

Der Schatten des Zwilling-Archetypus zeigt sich in Geschwätzigkeit, Listigkeit, Neugier, Oberflächlichkeit, Unbeständigkeit, Unkonzentriertheit und Unzuverlässigkeit.



Mond– der Krebs-Archetypus:

In vielen alten Kulturen gibt es mehr als eine Mondgöttin. In der griechischen Mythologie ist beispielsweise Demeter dem Mondprinzip zugeordnet. Demeter gilt als die Göttin des Ackerbaus und beinhaltet die 4 Phasen des Mondprinzips. Neumond, zunehmender Mond, Vollmond und abnehmender Mond.
Neumond wäre gleichzusetzen mit der Empfängnis, Vollmond mit der Geburt, der abnehmenden Mond mit dem Vergehen und schließlich der Neumond mit dem Sterben.

Die eigentliche Mondgöttin in der griechischen Mythologie ist Selene (Luna). So verführte sie beispielsweise den in ewigen Schlaf versunkenen Gott Endymion durch zärtliche Liebkosungen, sie gibt sich ihm hin, ohne auch nur ein Wort zu sprechen. Aus dieser äußerst fruchtbaren Verbindung stammen 50 Töchter.

In der babylonischen Mythologie gibt es die Mondgöttin Ischtar, die über das Leben auf und unter der Erde herrscht, sie ist die Göttin der Fruchtbarkeit und des Wachstums, ebenso wie auch die Zerstörerin des Lebens und die Göttin der Unterwelt, des Dunklen und Unbewussten. Sie birgt beide Seiten des Mondes in sich – den weißen (Vollmond) und den schwarzen (Neumond).

Die Eigenschaften des Krebs-Archetypus sind Hingabe, Anpassungsfähigkeit, Mütterlichkeit, Gefühlstiefe, Sanftheit, Naturverbundenheit und Sensibilität.

Der Schatten des Krebs-Archetypus zeigt sich in Launenhaftigkeit, Unbeständigkeit, Sentimentalität, Anhänglichkeit, Selbstmitleid, Antriebslosigkeit und Beleidigtsein.





Sonne – der Löwe-Archetypus

In der griechischen Mythologie wird das Sonnenprinzip von Helios verkörpert. Helios ist der Sohn von Theia und Hyperion.
Bei Tagesanbruch spannt Helios seine 4 Pferde vor seinen Sonnenwagen und lenkt ihn über den Himmel. Gegen Abend erreicht er im Westen seinen Palast. Seine Pferde lässt er auf der Insel der Seligen weiden und während der Nacht fährt er auf dem Strom Okeanos zurück in den Osten.

Helios ist ein fast eigenschaftsloser Gott, denn von ihm sind weder Vorlieben noch Laster bekannt, dies entspricht dem Urprinzip der Sonne, das ebenfalls neutral ist – die Sonne scheint auf den Heiligen ebenso wie auf den Verbrecher.

Die Griechen verehrten aber auch Apollo, den strahlenden Sonnengott, der „Herr des Olymp“ genannt wurde. Apollo wurde als Spender des Lichts verehrt und sein Credo war „erkenne Dich selbst“.

In der germanischen Mythologie findet sich in der Sonnengöttin Sol eine ähnliche Entsprechung. Sol fährt mit ihrem Sonnenwagen über den Himmel, gezogen von den Pferden Avakr (der Frühwache) und Alsvidr (der Allgeschwinde). Das Gespann wird vom Wolf Skalli verfolgt, dieser wird Sol am Tage des Weltuntergangs einholen und verschlingen.

Dieses Urprinzip stellt sich als der Mittelpunkt dar, um den alles kreist. Dementsprechend ist es ist es in der Welt der Materie vor allem in Königshöfen und Chefetagen zu finden.

Zu den Eigenschaften des Sonnen-Archetypus zählen Ausstrahlung, Selbstbewusstsein, Risikofreude, Organisationstalent, Verspieltheit, Vitalität, Großzügigkeit und Eigenverantwortung.

Der Schatten des Sonnen-Archetypus zeigt sich in Dominanzstreben, Stolz, Überheblichkeit, Prahlerei, Größenwahn und Egozentrik.



Merkur - der Jungfrau-Archetypus:

In der griechischen Mythologie symbolisiert Persephone das Jungfrau-Prinzip. Persephone als Tochter von Zeus und Demeter hatte sich entschieden Jungfrau zu bleiben. Als sie jedoch eines Tages auf einer blühenden Wiese spazieren ging wurde sie von Hades, dem Gott der Unterwelt, entführt und in sein Reich verschleppt. Demeter suchte ihre Tochter verzweifelt und bekam schließlich von der Sonne den Hinweis, wo ihre Tochter war. Demeter bat Zeus, seinem Bruder Hades zu befehlen Persephone aus der Unterwelt freizulassen. Selbst Zeus konnte sie nicht mehr retten und so gab es lediglich einen Kompromiss mit Hades, dass sie ein Drittel des Jahres in der Unterwelt leben muss und zwei Drittel als Kore in die Welt zurückkehren darf.

Das Jungfrau-Prinzip begegnet uns auch im römischen Reich bei den vestalischen Jungfrauen. Die Vestalinnen waren 6 Jungfrauen, deren Aufgabe es war, das heilige Herdfeuer Roms zu hüten, sowie auch heilige Brote für rituelle Zwecke herzustellen. Ließ eine Vestalin das Feuer ausgehen, so wurde sie lebendig begraben.

Die Vestalinnen waren sehr geachtet und wurden bereits als Kind in ihre Aufgaben eingeführt und dienten 30 Jahre als Priesterin. In dieser Zeit mussten sie keusch leben, ein Verstoß gegen dieses Gebot wurde mit dem Tod bestraft.

In der christlichen Mythologie symbolisiert die Jungfrau Maria diesen Archetypus.

Die für den Jungfrau-Archetypus charakteristischen Eigenschaften sind Pflichtbewusstsein, Ordnungssinn, Reinheit, Sorgsamkeit, Differenziertheit, Beobachtungsgabe, Vernunft, Wahrnehmungsgabe, Präzision, Fleiß, Sparsamkeit und Gesundheitsbewusstsein.

Der Schatten des Jungfrau-Archetypus zeigt sich als Misstrauen, Kritiksucht, Pedanterie, Pessimismus, Zynismus, Putzfimmel, Detailversessenheit, Hypochondrie und Gesundheitsfanatiker.







Aphrodite / Venus – der Waage-Archetypus:

Dem Mythos nach ist Venus die Tochter von Himmelsgott Uranos und Gaia (Mutter Erde). Da Uranos seine Kinder verschlingt, wird er von seinem Sohn Kronos entmannt. Den Penis des Vaters wirft er ins Meer, in dem sich weißer Schaum bildet aus dem dann die schöne Venus entsteigt.

Venus wurde von Zeus als Adoptivtochter angenommen und war bald seine Lieblingstochter. Er machte sie zur Göttin der Liebe und Schönheit und gab ihr Hephaistos den hässlichen und verkrüppelten Gott der Schmiede und Vulkane zum Manne.

Venus nahm es mit der Treue nicht so genau und hatte unter anderem eine Affäre mit dem Kriegsgott Mars aus dem Eros (Amor) der Gott der Liebe entstammte.

In der germanischen Götterwelt entspricht Freya dem Waage-Prinzip. Sie ist die schöne Göttin der Fruchtbarkeit, der Liebe und des Glücks. Freya unternimmt gerne Ausfahrten mit ihrem Wagen, der von 2 Katzen gezogen wird und trägt ein Falkengewand mit dem sie auch wie ein Falke fliegen kann.
Ihr Halsschmuck heißt Brisinga Men, dieser wurde von 4 Zwergen gefertigt, zum Preis, dass Freya vier aufeinander folgende Nächte mit jeweils einem Zwerg verbringen muss.

Die dem Waage-Archetypus zugeordneten Eigenschaften sind Charme, Höflichkeit, Schönheitssinn, Ästhetik, Freundlichkeit, Eleganz, Diplomatie, Kunstempfinden, Zärtlichkeit und Beziehungsfähigkeit.

Der Schatten des Waage-Archetypus zeigt sich als Entscheidungsschwäche, Harmoniesucht, Blasiertheit, Schmeichelei, Unehrlichkeit und Unbeständigkeit.





Hades / Pluto – der Skorpion-Archetypus:

Hades ist der ältere Bruder von Zeus und Herrscher der Unterwelt. Hades verliebt sich in Kore und als ihm Zeus nicht die Erlaubnis gibt, diese zu heiraten, entführt er sie einfach in seine Unterwelt. Kore`s Mutter ist verzweifelt und möchte ihre Tochter zurück, sie bittet Zeus um Hilfe, dies erweist sich aber als schwieriges Unterfangen, da Kore schon von der Totenspeise – einem Granatapfel – gegessen hat, somit ist sie an die Unterwelt gebunden. Zeus schließt einen Kompromiss mit Hades, Kore soll fortan ein Drittel das Jahres als Königin der Unterwelt zusammen mit Hades unter dem Namen Persephone regieren, den Rest des Jahres darf sie als Kore auf der Erde verbringen.

Hades und Persephone bewohnen in der Unterwelt einen düsteren Palast. In der Unterwelt werden die Seelen der Toten im Taratos festgehalten. Die Seelen werden durch den Haupteingang in einem Wald von schwarzen Pappeln vom Fährmann Charon zum jenseitigen Ufer des Flusses Styx gebracht. Das Ufer wird vom Kerberos, dem fünfzigköpfigen Höllenhund, der jede Seele vor dem Fliehen hindert, bewacht.

In den Mythen über den Phönix kommt das Skorpion-Prinzip auch deutlich zum Vorschein. Die Legende besagt, dass der Phönix aus der Asche des Osiris hervorgegangen sei und ein hohes Alter erreicht hat. Am Ende seines Lebens baut der Phönix ein Nest, setzt sich hinein und verbrennt. Nachdem die Flammen erloschen sind, bleibt ein Ei zurück, aus dem ein neuer Phönix schlüpft.

In einer anderen Variante heißt es, dass der Vogel jeweils am Todestag seines Vaters nach Heliopolis zurückkehrt, um sich aus Weihrauch oder Myrrhe ein Nest zu bauen, um wieder aufzuerstehen.

Die dem Skorpion-Archetypus zugeordneten Eigenschaften sind Wandlungsfähigkeit, Krisenfestigkeit, Opferbereitschaft, Tiefe, Bindungsfähigkeit und Charisma.

Der Schatten des Skorpion-Archetypus zeigt sich in Extremismus, Sadismus, Fanatismus, Machthunger, Misstrauen, Besessenheit und Dogmatismus.





Zeus / Jupiter – der Schütze-Archetypus:

Göttervater Zeus war Sohn von Kronos und Rheia. Nachdem Kronos Angst hatte von den eigenen Kindern entmachtet zu werden, verspeiste er diese gleich nach der Geburt. Aber Zeus wurde von seiner Mutter versteckt und diese gab Kronos einen Stein als Ersatz zu essen. Zeus gelang es, seinen Vater zu zwingen die anderen verspeisten Kinder (Poseidon, Hades und Hera) wieder auszuspeien.

Er heiratet seine Schwester Hera, die ihn aber zuerst abweist und er bedient sich einer List. Er verwandelt sich in einen zerzausten Kuckuck und erweckt so bei der Schwester Mitleid. Als Hera den Kuckuck an sich drückt verwandelt sich Zeus und vergewaltigt sie. Hera heiratet ihn dann, um der Schande zu entgehen. Zeus hatte aus unzähligen Affären viele Kinder.

Sein Pendant in der germanischen Mythologie ist in Odin zu finden. Odin ist das Oberhaupt der Asen und reitet jeden Morgen auf seinem achtbeinigen Pferd Sleipnir und den 2 Raben Hugin und Munin (Gedanke und Erinnerung) über den Morgenhimmel. 2 Wölfe Geri und Freki (Gierig und Gefräßig) helfen ihm bei der Jagd.

Odin ist ständig auf der Suche nach Weisheit. Er gibt sogar seine Augen als Pfand, um eine Schluck aus Mimirs Brunnen zu trinken, um seherische Fähigkeiten zu erlangen. Als Opfer für die Menschen hängt er 9 Tage und Nächte im Weltenbaum Yggdrasil (verwundet vom eigenen Speer) und ersinnt dabei die Runen.

Die Eigenschaften des Schütze-Archetypus zeigen sich in Großzügigkeit, Weisheit, Toleranz, Optimismus und Vertrauen.

Der Schatten des Schütze-Archetypus zeigt sich in Übertreibung, Großspurigkeit, Arroganz, Selbstüberschätzung und Pathos.




Kronos / Saturn – der Steinbock-Archetypus:

Kronos ist ein Sohn von Uranos und Gaia und gehört zu den Titanen. Er entmannt seinen Vater mit einer Sichel und wird damit zum Herrn der Erde. Er nimmt seine Schwester Rhea zur Frau und tritt seine unbarmherzige Regentschaft an.

Da er Angst hat von seinen eigenen Kindern entmannt zu werden, so wie er es bei seinem Vater tat, verschlingt er diese vorsorglich gleich. Seiner Frau gelingt es, ein Kind (Zeus) vor ihm zu verstecken und Zeus rettet seine Geschwister. Zeus verbannt jedoch Kronos auf eine britannische Insel.

In der indischen Mythologie repräsentiert Gott Shiva den Steinbock-Archetypus. Er ist der Zerstörer von allem Irdischen, Überflüssigen. Er kennt die Gesetzmäßigkeiten des Universums, er ist der Gott der Zeit und trägt eine Kette aus Totenschädeln um seinen Hals.

Shiva versucht durch seine Zerstörung alles wieder im Geiste des Kosmos zu vereinen, die natürliche Ordnung wiederherzustellen.

Die Eigenschaften des Steinbock-Archetypus zeigen sich in Klarheit, Struktur, Ordnung, Recht, Treue, Konsequenz, Sachlichkeit, Konzentrationsfähigkeit und Verantwortungsbewusstsein.

Der Schatten des Steinbock-Archetypus präsentiert sich als Geiz, Härte, Verschlossenheit, Strenge, Kälte, Unbeweglichkeit, Starre und Begrenzung.

Wir werden lernen zu "ruhen"...


Uranos / Uranus – der Wassermann-Archetypus:

In der griechischen Mythologie beginnt das erste GöttInnengschlecht mit Uranos (Himmel), dem Sohn von Gaia (Erde). Uranos vermählt sich mit seiner Mutter Gaia und dieser Beziehung entstammen viele bizarre Geschöpfe wie etwa die einäugigen Kyklopen oder Hekatonchieren, diese waren ihm aber verhasst sodass er sie in den Tartaros verbannte. Uranos und Gaia zeugten auch die Titanen, darunter Kronos, der später seinen Vater mit einer Sichel entmannte.

Eine weitere Wassermann-Entsprechung wird auch Ganymedes zugeschrieben. Er war ein schöner Jüngling in den sich Zeus verliebte. Zeus verwandelte sich in einen Adler und entführte Ganymedes auf den Olymp, wo er ihn zum Mundschenk der Götter machte. Zeus setzte das Bild Ganymedes als Sternbild des Aquarius in den Himmel.

Der Wassermann-Archetypus wird auch in der Figur des Till Eulenspiegels sichtbar. Ein Schalk, der seinen Mitmenschen allerlei Streiche spielt, die sich vor allem daraus ergeben, dass er Redewendungen allzu wörtlich nimmt.

Dem Wassermann-Archetypus wird folgendes zugeordnet Originalität, Spontaneität, Unkonventionalität, Genialität, Freiheitsliebe, Einfallsreichtum und Veränderungslust.

Der Schatten des Wassermann-Archetypus zeigt sich in Nervosität, Unruhe, Überspanntheit, Gefühlskälte, Clownerie, Exzentrizität und Getriebenheit.



Poseidon / Neptun – der Fische-Archetypus:

Poseidon ist der jüngste Sohn von Kronos und Rhea. Poseidon ist der Herrscher des Meeres und lebt in einem Unterwasserpalast auf dem Meeresgrund. Poseidon heiratet Amphitrite, was ihn aber nicht hindert zahlreiche Affären mit Göttinnen, Nymphen und Sterblichen zu pflegen, aus denen auch viele Nachkommen hervorgehen.
Als sich Poseidon einmal in Skylla verliebt ist Amphitrite so eifersüchtig, dass sie ihrer Rivalin magisch Kräuter ins Schwimmbassin wirft und daraufhin wird Skylla in ein Ungeheuer mit sechs Hundeköpfen verzaubert.

Den Fische-Archetypus findet man auch bei Dionysos, der aus einem Seitensprung von Zeus mit der Mondgöttin Selene entstammt. Seine Mutter starb vor der Geburt und so wurde er in den Schenkel von Zeus eingenäht und heimlich ausgetragen, daher stammt auch sein Name der „Zweimal-Geborene“. Da er ja ein uneheliches Kind von Zeus ist, muss er immer wieder Hera’s (Gattin von Zeus) Eifersucht fürchten. Sie lässt ihn von den Titanen in Stücke reißen, aber er wird von Rhea gerettet und zu einem neuen Gott zusammengesetzt. Er wird als Mädchen verkleidet und wächst im Verborgenen auf. Dionysos verbreitet den Weinbau und wird zum Gott der Orgien und religiösen Ekstase.

Der Fische-Archetypus zeigt sich in Sensibilität, Mitgefühl, Intuition, Phantasie, Altruismus, Romantik, Feinfühligkeit und Hilfsbereitschaft.

Den Schatten des Fische-Archtypus findet man in Unzuverlässigkeit, Lügen, Täuschung, Intrigen, Undurchsichtigkeit, Haltlosigkeit, Süchten und Charakterlosigkeit.



Lilith – der „schwarze Mond“:

Laut jüdischer Mythologie war Lilith die erste Frau Adams. Gott erschuf Adam und Lilith aus Erde und sie waren in jeder Hinsicht gleichberechtigt. Adam passte dies nicht und verlangte, dass Lilith sich ihm unterordnen soll, was Lilith jedoch verweigerte und floh. Adam beklagte sich darüber bei Gott und dieser schickte 3 Boten, um Lilith zur Rückkehr zu Adam zu bewegen, da sie sonst bestraft würde. Lilith wollte aber nicht mit einem Mann zusammen sein, der sie nicht als gleichberechtigt betrachtete und kam nicht mehr zurück.
Als „Ersatz“ für Lilith schuf Gott für Adam eine zweite Frau – nämlich Eva.

Lilith symbolisiert daher Gleichberechtigung, Emanzipation, Freiheit und archaische Weiblichkeit.


Chiron – der verletzte Heiler:

In der griechischen Mythologie ist Chiron ein Kentaur (menschlicher Oberköper, Unterköper und Beine eines Pferdes), der an einer unheilbaren Wunde leidet. Obwohl er sich intensiv mit der Heilkräuterkunde auseinandersetzt, gelingt es ihm nicht, diese zu heilen. Er lernt sie in Demut anzunehmen und kann sein angesammeltes Wissen über die Heilkunde an andere Menschen nutzbringend anwenden.



Weitere Formen von Archetypen:

Wie eingangs schon erwähnt gibt es eine begrenzte Anzahl von Archetypen, die sich aber in unzähligen verschiedenen Erscheinungsformen zeigen können, außer den bereits beschriebenen etwa als

* die Prinzessin / der Prinz
* der König / die König
* die/der Weise /
* der Zauberer / die Zauberin
* die Hexe / der Hexer
* die Magierin / der Magier
* die Amazone
* der Held
* der Priester / die Priesterin
* das Ungeheuer
* der Narr
* etc.


Was bringt die Arbeit mit den Archetypen:

In erster Linie geht es hier um Selbsterkenntnis, um die Möglichkeit mit bisher unbekannten Aspekten seines Wesens in Kontakt zu treten und diese ins Leben zu integrieren.

Wie C. G. Jung schon entdeckt hat, neigen wir dazu Anteile, die wir an uns nicht wahrnehmen wollen oder können zu verdrängen, was dazu führt, dass sie sich als Schatten ins Bewusstsein drängen. Somit ist die Beschäftigung mit den archetypischen Energien eine hilfreiche Methode, um an seine verdrängten Themen heranzukommen und diese zu integrieren.

Dies hat eine heilende Wirkung auf alle Lebensbereichen und alle Ebenen (körperlich, geistig, seelisch und emotional) werden günstig beeinflusst.

Die heilende Arbeit mit den archetypischen Energien und deren Integration führt zu mehr Lebensfreude, Lebendigkeit, Gelassenheit und allgemeinem Wohlbefinden.



Welche Methoden können wir Ihnen anbieten, um mit den Archetypen zu arbeiten:


* Reading
* Innere Kind Arbeit
* Heilung der Inneren Frau
* Körperarbeit
* Familienstellen


Energethiker Graz - Herzenstrainer