EQ
Emotional Quotient und
"Auch die emotionale Intelligenz spielt sich im Gehirn ab
Denken und Fühlen bilden eine Einheit?
Nur wer seine Gefühle gut kennt, kann erfolgreich sein"
Energetiker Graz!
Wer auf Partys nicht wenigstens ein paar Worte zum Emotionalitätsquotienten (EQ) beisteuern kann, kann sich gleich mit seinem Cocktail in ein stilles Eckchen zurückziehen. Populär wurde die emotionale Intelligenz durch das gleichnamige Buch von Daniel Goleman, das Mitte der neunziger Jahre erschien. Seine Emotionen stärker zu beachten und in Einklang zu bringen könne zu einem gesünderen und glücklicheren Leben führen. Um sozialer Verelendung, Drogenmissbrauch oder Gewalt zu entgehen, müsse dem "emotionalen Alphabet" mehr Aufmerksamkeit gewidmet werden.
"In unserem Zeitalter sind die Kräfte und Fähigkeiten des Herzens genauso lebenswichtig wie die des Kopfes" ist man heute überzeugt"
Nervenbahnen zwischen Neokortex als Sitz des Denkens und Mandelkern, der Basis unserer Leidenschaften, belegen, wie untrennbar verbunden Denken und Fühlen sind.
Der Hirnforscher Joseph LeDoux vom Center for Neural Science der New York University entdeckte, dass der Mandelkern sogar noch vor der geistigen Erfassung eines Ereignisses reagieren kann, als eine Art psychologischer Wachposten, der jede Wahrnehmung kritisch prüft, aber nur eine Frage im Sinn hat: "Ist das etwas, das ich nicht ausstehen kann, das mich kränkt, das ich fürchte?" Falls ja, reagiert der Mandelkern augenblicklich und schickt eine Krisenbotschaft an alle Teile des Gehirns. Auch unser Handeln wird dadurch beeinflusst.
Allein die Ratio wurde aber seit der Industrialisierung zum Nonplusultra des modernen Lebens erklärt. Ratio und Gefühl gehören indessen zum Menschen wie die linke und die rechte Hand. "Es entspricht der Natur des menschlichen Seelenlebens, dass die Vernunft immer wieder von Leidenschaften übermannt wird." Der Schlüssel des emotionalen Wohlbefindens liege darin, unsere bedrängenden Emotionen in Schach halten zu können. "Allerdings geht es hier um Ausgeglichenheit und nicht um Unterdrückung der Gefühle".
Das Konzept der emotionalen Intelligenz wurde bereits 1990 von den US-Psychologen Peter Salovay und John Mayer geprägt. Salovay und Mayer unterteilen die emotionale Intelligenz in fünf Komponenten:
An erster Stelle steht die Kenntnis der eigenen Emotionen. Ein Mensch mit hoher emotionaler Intelligenz kann seine eigenen Gefühle gut wahrnehmen und ist-sehr-sensibel-für-Veränderungen.
Daraus ergibt sich eine weitere wichtige Größe unseres Gefühlslebens: das Management der Emotionen. Nur wer sie genügend beachtet, kann sie auch beeinflussen und etwa Schwermut, Angst oder Gereiztheit schneller überwinden.
Wir sprechen hier von der richtigen Achtsamkeit sich selbst gegenüber, ein Begriff,-der-aus-dem-Zen-Buddhismus-stammt.
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Ebenso ist die Fähigkeit wichtig, Emotionen produktiv zu nutzen und sich selbst zu motivieren. Aber auch über den eigenen Tellerrand zu blicken, gehört zum Standardrepertoire eines emotional intelligenten Menschen.
Psychologen sprechen von Empathie, also der Fähigkeit, die Emotionen anderer Menschen richtig zu erkennen und Mitgefühl zu entwickeln. Diese Haltung prägt dann auch den gekonnten Umgang mit Beziehungen, was seit langem unter-den-Begriff-Sozialkompetenz-fällt.
Nicht zuletzt auch im Wirtschaftsleben gebe es viele Entscheidungen, die ein emotionales Verstehen unabdingbar machen. Erfolgreiche Menschen zeichneten sich, neben ihren geistigen Ressourcen, sehr oft durch eine hohe Intuitionsgabe und ein Beherrschen der Gefühlsklaviatur aus.
Während sich Unternehmensberater und Volkshochschulen seither zu Coachs der emotionalen Intelligenz erklärten, findet sich unter Wissenschaftlern auch Skepsis. "Das ganze Modell ist sehr spekulativ. Die emotionale Intelligenz ist meiner Meinung nach keine eigene Form von Intelligenz", meint etwa Professor Ernst Hany, Intelligenzforscher an der Universität Erfurt.
Gleichwohl versuchen andere Forscher, den EQ zu messen. "Es gibt seit neuestem ein sehr gutes Testverfahren, an dessen Entwicklung John Mayer beteiligt-war".
Mit dem neuen Testverfahren wurden unter anderem Untersuchungen zu der Frage durchgeführt, ob es einen Zusammenhang zwischen der normalen und der-emotionalen-Intelligenz-gibt.
"Es fanden sich tatsächlich gewisse Verbindungen des EQs mit der verbalen und der sozialen Intelligenz". Nur wer eine hohe verbale Intelligenz hat, also sprachlich fit ist, kann seine Emotionen gut beschreiben. Dennoch scheint der Zusammenhang zwischen EQ und IQ insgesamt gering zu sein. Wohl jeder kennt Leute, deren IQ Genialität signalisiert, während die Gefühlsqualitäten eher-im-Eiskeller-liegen.
Die gesellschaftliche Dimension emotionaler Intelligenz liegt auf der Hand. Ob wir es wollen oder nicht: Wir beeinflussen uns gegenseitig, bei jeder Begegnung. Wer seine Gefühle nicht richtig auslotet und seine Launen an anderen auslässt, wird schnell zu einer emotionalen Schadstoffquelle für die Umwelt. "Jede Interaktion sorgt dafür, dass sich Menschen besser fühlen können oder schlechter, je nach Ausstrahlung der betreffenden Person." Störende Emotionen können Nervenzellen im Gehirn am Denken hindern.
Man bezeichnet emotionale Intelligenz als eine Metafähigkeit.
Was versteht man darunter?
Emotionale Intelligenz ist eine Metafähigkeit in dem Sinne, dass sie bestimmt, wie gut wir unsere anderen Begabungen überhaupt nutzen können. Zum Beispiel werden Menschen mit hoher akademischer Intelligenz ohne Motivation und Selbstdisziplin von diesem Talent keinen Gewinn haben und in ihrer Karriere scheitern, wenn es an Empathie oder Beziehungsfähigkeit mangelt. Genau dies sind nämlich wichtige Komponenten emotionaler Intelligenz. Wissenschaftlich ausgedrückt bedeutet dies, dass unsere emotionalen Zentren im Gehirn so lange die höheren intellektuellen Zentren blockieren, bis wir in der Lage sind, störende Emotionen zu meistern.
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Auf welche Weise beeinflusst denn die emotionale Intelligenz unsere Lebensqualität?
Eine emotional intelligente Person besitzt eine gute Selbstwahrnehmung und ein ausgeglichenes Gefühlsleben sowie stabile, soziale Beziehungen. Dies alles trägt zu einer hohen Lebensqualität bei. Der Erfolg stellt sich dann nicht nur im Beruf ein, sondern auch im privaten Bereich.
Tatsächlich scheint jedoch in unserer Gesellschaft Machtstreben und Ellenbogendenken vorzuherrschen. Warum ist dies so, wo doch das Konzept der emotionalen Intelligenz erfolgreicher sein soll?
Der individuelle Erfolg um jeden Preis gilt eben immer noch als der Wert schlechthin, und zwar ohne Rücksicht darauf, was das Beste für unsere Familien, die Gemeinschaft und die Gesellschaft wäre.
Lässt sich emotionale Intelligenz auch noch im Erwachsenenalter erlernen?
Die emotionale Intelligenz kann in jedem Alter gesteigert werden, vorausgesetzt, man ist dazu motiviert. Tatsächlich verbessert sie sich oft, wenn wir älter werden, weil wir automatisch lernen, mit uns selbst und anderen umzugehen.
Haben Menschen gewisse Schlüsselfertigkeiten der emotionalen Intelligenz nicht erwerben können – z.B. durch mangelnde Förderung und Entwicklungsmöglichkeit in der Kindheit, kann dennoch ein neuer Umgang mit den Mitmenschen erlernt werden. Man muss es allerdings selber wirklich wollen - es erfordert Anstrengung und Übung.
Auf jeden Fall kann Emotionale Intelligenz freigemacht werden, denn haben tut sie jeder, sie sind meist nur blockiert und verschüttet
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